Das „Herzlich willkommen“ an den Fenstern der Raitelsbergschule hat gestern ganz besonders für die Handwerker auf dem Dach gegolten. Foto: Jürgen Brand

Nachdem eine Windböe am Montag einen Teil des Schuldachs abgedeckt hat, soll schon ab Donnerstag wieder unterrichtet werden. Das Dach wird provisorisch abgedichtet, die ohnehin geplante Sanierung vorgezogen.

S-Ost - Für die Grundschüler der Raitelsbergschule ist der ohnehin meistens spannende Schulalltag am Montagmorgen zu einem echten Abenteuer geworden. Der Unterricht hatte an dem Montag an der Ganztagsgrundschule ganz normal um 8 Uhr begonnen, trotz des draußen immer wieder mal auch heftiger pustenden Sturms mit dem eher netten Namen Sabine. Gegen 8.30 Uhr hatten dann die Schüler, die in dem Moment aus den Fenstern ihrer zum Neckar hin gelegenen Klassenzimmer schauten, eine alles andere als alltägliche Aussicht: In dem Moment nämlich flogen Teile des Schuldachs vorbei.

Zum Glück war niemand draußen

Eine gar nicht nette und viel zu starke Sabine-Windböe stürmte irgendwie unter das Blech ganz oben auf der Pausenhof-Seite der dreigeschossigen Schule und riss auf einer Breite von etwa 40 Metern Teile des Dachs auf und zum Teil auch ab. Der Wind blies einige der Trümmer über das Dach, auf der anderen Seite des Schulhauses stürzten sie an den Klassenzimmerfenstern vorbei zu Boden. Zum Glück im Unglück war zu der Zeit niemand draußen, das wäre gefährlich gewesen. Auch die Fassade blieb verschont.

Der Schreck war groß, die Feuerwehr kam sofort, sperrte den Pausenhof vorne zur Röntgenstraße hin ab, auch den Bereich hinter dem Gebäude. Dann übernahmen die Feuerwehrleute die wegen des starken Windes nicht ungefährliche Aufgabe, das Dach so zu sichern, dass nicht mehr Trümmer herunterfallen. Die rund 250 Schülerinnen und Schüler mussten im Gebäude bleiben, waren dort auch sicher, der Unterricht lief zunächst weiter – sofern an dem Vormittag überhaupt noch geordnet unterrichtet werden konnte.

Zwei Tage schulfrei

Um die Mittagszeit wurde dann doch entschieden, den Schultag früher als sonst zu beenden, normalerweise gehen die Kinder um 16 Uhr nach Hause. „Die Sicherheit aller, die dort lernen und arbeiten, hat Vorrang“, wird die Bürgermeisterin für Jugend und Bildung, Isabel Fezer, in der nach der Entscheidung verschickten Pressemitteilung der Stadt zitiert. „Deswegen haben wir entschieden, den Unterricht bis auf weiteres ausfallen zu lassen.“

„Herzlich willkommen“ ist deutlich lesbar in großen bunten Buchstaben an die Fenster der Schule zur Straße hin geklebt – und galt gestern ganz besonders für die Handwerker, die schon am Montag beauftragt worden waren und am Dienstagfrüh begannen, auf dem Dach zu arbeiten, bei weiter stürmischem, aber inzwischen deutlich kälterem Wind. Manchmal flogen bei Schauern sogar dicke Schneeflocken durch die Luft.

Ziel der Handwerker und der Schule war, das Dach provisorisch so weit zu sichern, dass der Unterricht dort möglichst rasch wieder beginnen kann. Am heutigen Mittwoch haben die Schüler nach Angaben der Stadt noch einmal frei. Kinder, die nicht zu Hause betreut werden können, werden den Tag über noch einmal in der Mensa verbringen. Ab Donnerstag soll dann wieder normaler Unterricht stattfinden. Die ohnehin geplante Sanierung des Schuldaches wird jetzt zwangsläufig vorgezogen. Die Stadt hatte dafür bereits vor dem Sturm 504 000 Euro bereitgestellt.

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