Auf seinem Trikot steht nur Silas: Silas Katompa Mvumpa, vormals Wamangituka. Foto: Baumann

Warum der Angreifer des VfB Stuttgart nach der Offenbarung seiner falschen Identität wieder optimistisch in die Zukunft blicken kann.

Hinter Silas Katompa Mvumpa liegen schwere Zeiten. Angefangen mit der Kreuzbandverletzung vor einem Jahr, der anschließenden Offenbarung seiner falschen Identität, dem Comeback, einer neuerlich schweren Verletzung samt vorzeitigem Saisonaus. Parallel zur sportlichen Misere fortlaufende ausländerrechtliche Belange und strafrechtliche Ermittlungen. Zumindest diesbezüglich kann der Fußballer des VfB Stuttgart nun wieder optimistischer in die Zukunft blicken. Denn einer neuen Aufenthaltserlaubnis steht nach Informationen unserer Redaktion nichts mehr im Weg. Ende Januar wurde dem 23-jährigen Kongolesen durch die Stuttgarter Ausländerbehörde eine vorläufige Genehmigung erteilt. Ein endgültiges Papier ist nur noch Formsache und soll in Kürze ausgestellt werden.

 

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Damit wären die schlimmsten Konsequenzen seines Identitätsschwindels abgewendet: der Wegfall einer Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung. Silas’ Wirken in Deutschland steht rechtlich also auf festen Füßen. Um Katompa Mvumpa, der 2019 auf Druck seiner Berater unter dem falschen Namen Wamangituka und mit gefälschtem Geburtsdatum nach Deutschland eingereist war, eine neue Genehmigung zu erteilen, musste der Spieler im Dezember persönlich in seine afrikanische Heimat reisen. Auf der deutschen Botschaft der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa wurde ihm ein neues Visum erstellt. Ein Deal unter Beteiligung zahlreicher Behörden, der ihm nun alle Freiheiten ermöglicht. Bis mindestens 2024 soll die neue Aufenthaltserlaubnis gültig sein.

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Ob der Stürmerstar gänzlich ungeschoren davonkommt, steht allerdings auf einem anderen Papier. Die Ermittlungen der Stuttgarter Staatsanwaltschaft dauern an. Angeblich wurden inzwischen Akten von der Staatsanwaltschaft Hamburg angefordert. Die dortige Strafverfolgungsbehörde ermittelt im Fall des HSV-Profis Bakery Jatta. Ein Gericht hatte die Eröffnung eines Verfahrens wegen Vergehen gegen das Aufenthaltsgesetzes und Falschbeurkundung abgelehnt, wogegen die Staatsanwaltschaft Beschwerde eingelegt hat. Es geht noch immer um die Frage, ob es sich bei Jatta nicht um den zwei Jahre älteren Bakary Daffeh handelt.

Welche Parallelen die Stuttgarter Justiz zum Fall Jatta zieht, ist offen. Welche Strafe Katompa Mvumpa droht, ebenfalls. Nur eines ist sicher: die Höchststrafe in Form einer entzogenen Aufenthaltserlaubnis ist vom Tisch.