Um eine weitere Expertenmeinung zu bekommen, lässt Borussia Dortmund das Knie von Serhou Guirassy durch einen bayerischen Spezialisten checken. Klar ist: Um jeden Preis werden die Schwarz-Gelben den VfB-Stürmer nicht verpflichten.
In Fragen rund ums Knie spielt dieser Mann schon seit längerer Zeit Champions League: Professor Michael J. Strobel ist ein renommierter Mediziner und Wissenschaftler mit Expertise in Knorpelchirurgie sowie arthroskopischer Kniechirurgie. Nun ist der 67-Jährige, der im bayerischen Straubing sowie in der Landeshauptstadt München praktiziert, für den Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund in wichtiger Mission tätig.
So wird Strobel den Zustand des rechten Knies von VfB-Stürmer Serhou Guirassy intensiv checken, der sich hier offenbar am 10. Juni im WM-Qualifikationsspiel für sein Heimatland Guinea gegen Mosambik (0:1) bei einem verunglückten Fallrückzieher am Außenband verletzt hat. Diese Verletzung hatte der 28-Jährige, dem in der abgelaufenen Saison 28 Bundesligatore für die Stuttgarter gelungen waren, vor dem ersten Medizincheck in Dortmund vergangene Woche nicht erwähnt. Weil er sie nicht bemerkt hatte – oder sie vertuschen wollte, wie jetzt der Boulevard spekuliert, ist dabei unklar.
„Wenn unser Mannschaftsarzt die medizinische Untersuchung macht, dann brauchst du – wenn es sich um eine Sache im Knie handelt – immer noch eine Spezialistenmeinung. Alles andere wäre fahrlässig“, erklärte der BVB-Boss Hans-Joachim Watzke, nachdem eine MRT-Untersuchung der Dortmunder die Verletzung Guirassys ans Tageslicht gefördert hatte.
Spätestens an diesem Mittwoch sollen nun die neuen Erkenntnisse durch den Experten Strobel auf dem Tisch liegen – und veröffentlicht werden. Guirassy war nach dem ersten Check in Dortmund nach Paris gereist, dabei ließ er sich nach diversen Medienberichten, unter anderem des TV-Senders „Sky“, in der französischen Hauptstadt offenbar auf eigene Rechnung noch einmal untersuchen. Das Ergebnis dieses Checks: die Verletzung sei nicht so gravierend. Es sei keine Operation notwendig.
Klar ist aber auch, dass sich der BVB auf seine eigenen Experten, den Teamarzt und vor allem den bayerischen Kniespezialisten Strobel verlassen wird. Erst wenn vonseiten dieser Mediziner der Daumen hochgeht, soll die Unterschrift erfolgen. Schließlich will der Verein mit dem bereits ausverhandelten Guirassy-Deal ein Multi-Millionen-Euro-Paket schnüren: Mit rund 19 Millionen Euro Ablöse an den VfB, mit dicken Handgeldern an den Spieler (rund zehn Millionen Euro) sowie dessen Berater-Agentur (rund fünf Millionen Euro) sowie einem Gehalt mit fixen neun Millionen Euro pro Saison plus möglicher Erfolgsboni.
Wie die „Ruhr-Nachrichten“ vermelden, soll es beim BVB aber auch ein Ausstiegsszenario geben. Dieses würde dem Blatt zufolge eintreten, sollte bei Guirassy eine Operation am Knie sowie eine anschließende Verletzungspause über zwei, drei Monate nötig werden. In diesem Fall würde der Stürmer, der beim VfB noch einen Vertrag bis 2026 besitzt, seine Reha in Absprache mit den Stuttgartern angehen.
Der VfB hält sich mit Kommentaren zurück
Die sind sich in Ermedin Demirovic allerdings schon mit dem Guirassy-Nachfolger einig. Und hätten dann kurzfristig ein Überangebot an Stürmern, weil der Club ja auch bei der zeitnahen, festen Verpflichtung von Deniz Undav sehr guter Dinge ist. Sorgen macht man sich an der Mercedesstraße, wo man die aktuellen Entwicklungen des möglichen Guirassy-Transfers zum BVB nicht kommentieren möchte, allerdings keine. Schließlich besitzt der wechselwillige Angreifer Guirassy aktuell einen Marktwert von 40 Millionen Euro – und würde so dank seiner Ausstiegsklausel von 19 Millionen Euro in gesundem Zustand sicherlich bei diversen Clubs auf offene Arme stoßen.