Studie zu Starkregen-Risiken Gmünd will aus Unglück von 2016 lernen

Von Carola Fuchs 

Die Rems schwoll im Mai 2016  in kürzester Zeit gefährlich an. Foto: 7aktuell.de/Archiv
Die Rems schwoll im Mai 2016 in kürzester Zeit gefährlich an. Foto: 7aktuell.de/Archiv

Uni Stuttgart befragt 6000 Haushalte zum Starkregen im Mai 2016, bei dem zwei Menschen in der Stadt starben: Wie kann man sich vor solchen Unwetterereignissen schützen?

Schwäbisch Gmünd - Der Städtebau der Zukunft sollte sich stärker an dem Motto „Unser Dorf soll sicherer werden“ orientieren, das findet Jörn Birkmann, der Leiter des Instituts für Raumordnung und Entwicklungsplanung der Universität Stuttgart. Denn Starkregenereignisse, wie sie zurzeit wieder auftreten, häufen sich, können verheerende Schäden anrichten – und sie können jede Gemeinde, jeden Bürger, jedes Haus treffen. „Menschen, die an Flüssen leben, sind sich des Risikos eines Hochwassers bewusst“, sagt Birkmann. Aber hat die Bevölkerung auch die Gefahr durch Starkregen auf dem Schirm?

Mit der Studie „Resi-Extrem“ in Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis) will der Professor mit Forscherkollegen der Technischen Universität Dortmund herausfinden, wie kleine und mittelgroße Städte besser gegen solche Unwetterereignisse geschützt werden können. Außerdem soll die Untersuchung klären, ob Bürger, die ein solches Unwetter miterlebt haben, danach versuchen, ihre Wohnungen und Häuser besser gegen Starkregen zu schützen.

6000 Bürger werden gefragt

Die Stadt im Ostalbkreis hat an 6000 Bürger – das ist ein Zehntel der Einwohner – fünfseitige Fragebögen der Uni Stuttgart verteilen lassen. Auch im nordrhein-westfälischen Olfen, das 2013 und 2014 überflutet worden war, werden die Bürger befragt. Die Forscher wollen unter anderem wissen, ob und wie stark die Befragten selbst von dem Starkregen vor zwei Jahren betroffen gewesen sind, für wie wichtig die Gmünder Vorsorge gegenüber extremen Wetterereignissen halten und welche Vorkehrungen sie seitdem getroffen haben.

Schwäbisch Gmünd war bei dem verheerenden Unwetter 29. Mai 2016 überflutet und viele Gebäude waren schwer beschädigt worden. Ein junger Mann starb, weil er in einer Unterführung in einen Schacht gesogen wurde. Beim Versuch, ihn zu retten, kam auch noch ein Feuerwehrmann ums Leben. „Wir wollen wissen, wie informiert die Menschen sind und welche Handlungsmöglichkeiten sie bei sich selbst sehen“, sagt Birkmann.

Schutzmöglichkeiten gibt es

Möglichkeiten dazu gibt es. In Gmünd etwa standen die Heizungskeller diverser Schulen unter Wasser. Die Frage sei, ob es sich lohne, solche Anlagen in obere Stockwerke zu verlegen oder das Risiko eines erneuten Wasserschadens einzugehen, sagt Birkmann. Leicht prüfen lässt sich auch, ob das Regenwasser über eine Hauseinfahrt direkt ins Gebäude rauscht oder nicht.

Lesen Sie jetzt