Eine schnelle Rückkehr in den Beruf lohnt sich demnach besonders für gut ausgebildete Frauen mit einem entsprechend höheren Gehalt. Foto: dpa-Zentralbild

Wenn Mütter nach der Geburt des Kindes schneller wieder arbeiten gehen, steigt ihre Rente deutlich an. Das ist das Ergebnis einer Studie, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde.

Berlin - Wenn Mütter nach der Geburt des Kindes schneller wieder arbeiten gehen, steigt ihre Rente deutlich an. Wie eine am Mittwoch vorgestellte Studie im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ergab, kann ein schneller Wiedereinstieg in den Beruf die spätere Rente um die Hälfte steigern. Davon würden aber nicht nur die Mütter selber profitieren - der Beitragssatz zur Rentenversicherung könnte künftig auch niedriger ausfallen als prognostiziert.

In der Studie rechnete das Forschungsinstitut Prognos mit Modell-Biographien von Müttern. Die Extrembeispiele waren eine erwerbsorientierte und eine familienorientierte Mutter mit jeweils zwei Kindern. Erstere bleibt nach der Geburt jeweils zehn Monate zu Hause und geht danach schnell wieder in Vollzeit arbeiten. Zweitere bleibt dagegen jeweils 24 Monate daheim und arbeitet danach bis zur Rente nur noch Teilzeit. In der Beispielrechnung von Prognos bekäme die erste Frau 2050 eine etwa 50 Prozent höhere gesetzliche Rente als die zweite - je nach Beruf.

Eine schnelle Rückkehr in den Beruf lohnt sich demnach besonders für gut ausgebildete Frauen mit einem entsprechend höheren Gehalt. Lohnenswert für die Mütter könnte laut GDV eine zusätzliche Altersvorsorge mit der Riester-Rente sein. Für alle nach 2008 geborenen Kinder gibt es dort eine staatliche Zulage von jährlich 300 Euro. Durch die zusätzliche Vorsorge könnte die spätere Rente nach Prognos-Berechnungen je nach Gehalt um zehn bis 17 Prozent steigen.

Auch die gesamte Bevölkerung würde von mehr arbeitenden Müttern profitieren

Auch die gesamte Bevölkerung würde von mehr arbeitenden Müttern profitieren: „Eine stärkere Einbindung von Frauen in den Arbeitsmarkt leistet einen erheblichen Beitrag zur Stabilisierung der Rentenfinanzen“, erklärte Oliver Ehrentraut, Vize-Direktor des Prognos-Instituts. Die Ökonomen rechneten zwei Szenarien durch. Im ersten Fall wächst der Anteil der Erwerbstätigen unter allen Frauen mit Kindern unter 18 Jahren von heute 66,9 Prozent auf 71,3 Prozent im Jahr 2050.

Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit bliebe bei 26,3 Stunden. Das entspricht laut Prognos dem aktuellen Trend. In diesem Fall rechnen die Ökonomen für 2050 mit einem Rentenbeitragssatz von 24,1 Prozent. Das Rentenniveau - also die Standardrente geteilt durch das Durchschnittsgehalt - läge bei 40,9 Prozent. Zum Vergleich: 2018 liegt der Rentenbeitrag bei 18,6 Prozent, das Rentenniveau lag 2016 bei 47,9 Prozent.

Im einem zweiten Szenario wächst die Erwerbstätigkeit der Mütter auf 85,5 Prozent, die Wochenarbeitszeit auf 29,6 Stunden. Nach den Berechnungen von Prognos läge der Beitragssatz dann bei 23,6 Prozent, das Rentenniveau bei 41,6 Prozent. Der niedrigere Beitragssatz entspräche einer Entlastung aller Beitragszahler um 190 Milliarden Euro bis 2050. Zugleich würde der Staat rund 13,5 Milliarden Euro an Steuerzuschüssen einsparen.

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