Anziehungspunkt, aber vor allem für Etablierte: das Stuttgarter Kunstmuseum Foto: dpa

Ist „Baden Württemberg ein Ort für junge Künstler?“. Die Antwort: eher nicht. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die das Kunstbüro der Kunststiftung Baden-Württemberg in Auftrag gegeben hat.

Stuttgart - Ist „Baden Württemberg ein Ort für junge Künstler?“. Die Antwort: eher nicht. Dies ist das Ergebnis einer unserer Zeitung vorliegenden Studie, die das Kunstbüro der Kunststiftung Baden-Württemberg in Auftrag gegeben hat.

Anlass war die Beobachtung, dass viele junge Künstlerinnen und Künstler nach ihrem Hochschulabschluss aus Baden-Württemberg wegziehen. Die wichtigsten Gründe? 51,2 Prozent der Befragten sagen, dass ihr aktueller Wohnort in Baden-Württemberg „nicht zu ihrem Lebenskonzept passt“. 62,8 Prozent verlassen das Land, „um etwas anderes zu sehen“.

Befragt wurden Künstlerinnen und Künstler zwischen 25 und 35 Jahren. Als häufigsten Zielort nennen sie die Bundeshauptstadt Berlin.

Hintergrund der ernüchternden Bilanz: Der Künstlernachwuchs hat das Gefühl, nach dem Studium in Baden-Württemberg „in ein Loch zu fallen“, und vermisst zudem „ein professionelles Künstler-Netzwerk“.

Ein solches Netzwerk existiere, widerspricht Forschungsleiter Oliver Kremershof von der Agentur Urban Media Project aus Offenbach. Als Problem sieht Kremershof aber, dass die Absolventen der staatlichen und der privaten Kunsthochschulen im Land die vorhandenen Angebote nicht nutzen würden. Und auch dies beflügele die negative Grundhaltung: Weil viele der Professorinnen und Professoren an den Kunsthochschulen nicht in Baden-Württemberg lebten, sei dies auch für die Studierenden nicht erstrebenswert.

Petra von Olschowski, Rektorin der Kunstakademie Stuttgart, plädiert, die Attraktivität des Kunststandorts Baden-Württemberg deutlicher zu machen. Eines aber ist für sie unausweichlich: „Wir brauchen mehr bezahlbare Ateliers und Ausstellungsflächen für junge Künstler.“

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