Studie aus der Schweiz Normalgewicht – und trotzdem unzufrieden

Von hsp 

Egal in welchem Alter: Die Mehrzahl der Frauen Foto: dpa
Egal in welchem Alter: Die Mehrzahl der Frauen Foto: dpa

Der Wunsch abzunehmen lässt bei Frauen nicht nach, wenn sie älter werden – selbst dann nicht, wenn sie gar nicht übergewichtig sind. Eine Studie zeigt nun: Der Abnehm-Wunsch geht mit psychischen Problemen einher.

Stuttgart - Wollen Frauen im mittleren oder höheren Alter abnehmen, geht das häufig mit einer schlechteren psychologischen Gesundheit einher. Das zeigt eine aktuelle Studie eines Forscherteams aus der Schweiz, die durchaus überrascht: Denn bislang war die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper insbesondere bei jungen Frauen beobachtet worden. Ob auch Frauen im mittleren Lebensalter und ältere Frauen unter einem schlechten Körperbild leiden, darüber gab es lange keine wissenschaftliche Studie. Nun stellten die Forscher aber fest: Der Wunsch, weniger zu wiegen, ist bei Frauen jeden Alters vorhanden – selbst dann, wenn sie normalgewichtig waren.

Für ihre Untersuchung hatten die Schweizer Forscher sich insbesondere dafür interessiert, welche Zusammenhänge zwischen dem Wunsch abzunehmen, der Kalorienzufuhr und der psychologischen Gesundheit bei Frauen im mittleren Lebensalter (40 bis 59 Jahre) und Frauen im höheren Lebensalter (60 bis 80 Jahre) bestanden. Sie verglichen die Werte von mehr als 1000 Frauen aus verschiedenen Gesellschaftsbereichen in Lausanne. Dabei zeigte sich nicht nur, dass sich die Gelassenheit gegenüber dem eigenen Körperbild mit dem Alter nicht unbedingt Körperbild erhöht. Den Forschern fiel besonders auf, dass die Teilnehmerinnen, die ständig auf ihr Gewicht achteten, auch eher psychische Probleme hatten – egal ob die Frauen übergewichtig waren oder nicht.

Frauen, die abnehmen möchten, zeigten Anzeichen von Depressionen

Die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper könne daher ein Indikator für die psychische Gesundheit und Lebenszufriedenheit der betroffenen Frauen sein, so die Forscher der Fachhochschule Westschweiz und des Universitätsspitals in Lausanne. Denn Frauen, die den Wunsch hatten abzunehmen und weniger Kalorien zu sich nahmen, zeigten Anzeichen von Depressionen und verminderter Lebensqualität. Die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper wurde dabei von allen Betroffenen als normal und gegeben empfunden. „Was mich am meisten überrascht hat, ist die hohe Zahl der Frauen mit normalen Gewicht, die abnehmen wollten“, sagt Isabelle Carrard, eine der Autorinnen der Studie. „Das liegt meiner Meinung nach an dem gesellschaftlichen Druck.“

Die Untersuchungen zeigen allerdings nicht, ob die Versuche abzunehmen zu den psychischen Problemen führten – oder ob es diese Probleme sind, die Frauen mit ihrem Körper unzufrieden werden lassen. „Es ist ab einem bestimmten Punkt vermutlich ein Teufelskreis“, sagt Carrard.

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