Die Zeit der Suche hat für die 20-jährige Studentin Veronika Hepperle ein Ende. Sie erlebte die Bewerbungen und Besichtigungstermine als großen Stress. Foto: dpa

Veronika Hepperle studiert in Stuttgart-Hohenheim und Stuttgart-Vaihingen. Lange suchte sie vergeblich nach einer Studentenbude. Nachdem sie ihre Geschichte dieser Zeitung erzählt hat, bietet ihr ein Leser nun ein Zimmer an.

Filder - Ende Oktober heißt es Kistenpacken für Veronika Hepperle. Sie wird an die Vaihinger Straße in Stuttgart-Möhringen ziehen, und zwar in unmittelbarer Nähe zu einer Stadtbahn-Haltestelle. Die Studentin ist begeistert. „Die Stadtbahn fährt durch bis zur Uni in Hohenheim, und zur Uni in Vaihingen muss ich einmal umsteigen“, sagt sie.

Die langen Wege, die sie bisher von ihrem Studentenwohnheim im Stuttgarter Norden zu beiden Universitäten aufnehmen musste, gehören in einigen Wochen der Vergangenheit an. Die 20-Jährige hat im Frühjahr dieses Jahres begonnen, nach einem neuen Zimmer zu suchen. Sie störte vor allem die viele Zeit in der Bahn, die sie benötigte, weil sie sowohl in Vaihingen als auch in Hohenheim studiert.

Gerade abends fühlte sie sich manchmal unwohl in öffentlichen Verkehrmitteln. Hepperle berichtete dieser Zeitung im September von ihren frustrierenden Erlebnissen bei der Wohnungssuche. Und sie hatte Glück: Eine Familie aus Möhringen las den Artikel und suchte den Kontakt zu der Studentin. „Der Vermieter hatte seinen Sohn beauftragt, mich auf Facebook zu suchen. Dann hatte ich plötzlich seine Nachricht im Postfach“, erzählt die Studentin. „Die Familie hatte in dem Artikel gelesen, dass mein Budget auf 350 Euro beschränkt ist. Und genau den Preis wollten sie für das Zimmer“, sagt Hepperle.

Eine Familie hat den Artikel gelesen

Besonders freute die 20-Jährige, dass sie die Erste sein sollte, die das Zimmer in Möhringen besichtigen kann. „Die Familie hat mir ein Vorrecht eingeräumt, weil sie in dem Zeitungsartikel von dem ganzen Stress bei meiner Wohnungssuche gelesen hat“, sagt Hepperle.

Tatsächlich dürfte ein Vorrecht auf eine Wohnung so ziemlich das Gegenteil davon sein, was Veronika Hepperle bisher erlebt hat. Im September berichtete sie dieser Zeitung, dass sie sich schriftlich für eine Besichtigung bewerben musste und dann nur einer von unzähligen Interessenten war. Die Besichtigungstermine verglich sie mit Vorstellungsgesprächen für einen neuen Job. Die Kandidaten müssten sich bei der Wohnungssuche regelrechten Interviews stellen, schilderte sie. Hepperle berichtete, dass sie das Prozedere bisweilen als niederschmetternd empfand, da nie klar wurde, warum jemand Erfolg hat.

Nun freut sich die Studentin, dass sie ganz ohne jeden Wettbewerb ein Zimmer anmieten kann, das teilmöbliert ist und über ein eigenes Bad und eine Küchenzeile verfügt. „Ich bin einfach erleichtert, dass es so nette Leute gibt“, sagt sie.

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