Laut Planungen soll die Südwestlink-Trasse das nördliche und westliche Gebiet Heuweg tangieren. Foto: Simon Granville

In Rutesheim fordern Stadt und Gemeinderat, dass sich die neue Stromverbindung an der Hochspannungsleitung orientiert.

„Ausdrücklich unterstützt“ wird der Bau der Südwestlink-Trasse, der Leitung, die hauptsächlich aus Windenergie produzierten Strom aus dem Norden Deutschlands in den windärmeren Süden transportieren soll. Darin sind sich die Stadtverwaltung und der Gemeinderat einig, wie bei der jüngsten Sitzung des Gremiums deutlich wurde. Doch gegen den von der Transnet BW angedachten Verlauf der unterirdisch verlegten Gleichspannungsleitungen regt sich Widerspruch in Rutesheim.

 

„Es erschließt sich nicht, warum die Trasse im Zickzack über unsere Gemarkung geht“, sagte Fritz Schlicher (GABL) angesichts der geplanten Trassenführung. Besser sei es, diese neue Leitung mit der vorhandenen oberirdischen Hochspannungsleitung östlich von Rutesheim zu bündeln. Dies hatte zuvor auch der Erste Beigeordnete Martin Killinger vorgeschlagen, der darauf hinwies, dass es sich bisher nur um einen „groben Trassenverlauf“ handele. Die Planungen sehen vor, dass die Trasse von Norden aus Richtung Gebersheim kommend nach Westen auf die Gemarkung Rutesheim schwenkt, die Autobahn quert und dann das nördliche und westliche Gebiet Heuweg tangiert. Weiter Richtung Süden sollen die Kabel dann nah am östlichen Renninger Wohngebiet Hummelbaum verlegt werden.

Kommune sieht sich in städtebaulicher Planung behindert

Durch diesen Verlauf würde die Stadt Rutesheim in ihren Plänen für die weitere städtebauliche Entwicklung behindert, erklärte Martin Killinger. Das geplante S-Bahn-nahe Wohngebiet Heuweg-West, wo sich die Stadt schon Vorkaufsoptionen gesichert hat, würde womöglich ebenso verhindert wie eine Heizzentrale im Norden des Wohngebiets Heuweg. Außerdem würden im Süden Schutzgebiete durchschnitten und der Bau eines Mutterkuhstahls behindert. Kritisch gesehen wird auch der geringe Abstand zum nördlichen Ortsrand des Wohngebiets Heuweg. Fraglich sei, ob bei der geplanten Erdverkabelung in zu großer Nähe zu Wohngebieten für die dort lebenden Menschen eine Belastung durch elektromagnetische Felder entstehen kann, gab die Verwaltung zu bedenken.

Die Stadt und der Gemeinderat fordern deswegen die Transnet BW, die als Übertragungsnetzbetreiber den südlichen Teil des Südwestlinks entwickelt, auf, eine alternative Führung zu prüfen, die sich an der im Osten gelegenen Hochspannungsleitung orientiert. Dieser Verlauf sei nicht nur direkter und kürzer, sondern dort sei schon eine große Schneise im Wald vorhanden. Mit dieser Alternative, so erklärt die Bürgermeisterin Susanne Widmaier, würde auch das Wohngebiet Hummelbaum in Renningen entlastet. Die Hochspannungsleitung verläuft westlich von Leonberg, außerhalb der Gemarkung Rutesheim. „Es geht uns nicht darum, diese Trasse von unserer Gemarkung herunterzuschieben“, betonte sie. „Es geht um unsere Entwicklungsmöglichkeiten im Gebiet Heuweg-West. Aber das konnten die Planer der Trasse noch nicht wissen“, fügt sie hinzu. Selbstverständlich müssten auch städtebauliche Entwicklungsbelange von Leonberg beachtet werden.

Die Transnet BW, die den südlichen Teil der neuen Gleichstromtrasse Südwestlink entwickelt, ist am heutigen Donnerstag von 16 bis 20 Uhr in der Strudelbachhalle in Weissach mit einem Infomarkt vertreten. Interessierte können sich dort näher über das Bauvorhaben informieren.