Die Videoplattform Youtube steht im Zentrum der aktuellen Auseinandersetzung zwischen Amazon und Google Foto: dpa

Der Streit zwischen Google und Amazon geht in eine neue Runde: Nachdem Google angekündigt hat, Youtube auf allen Amazon-Geräten zu sperren, möchte Amazon nun offenbar eine eigene Videoplattform im Netz aufbauen.

Stuttgart - Das Ringen der Internet-Giganten Google und Amazon geht weiter und beschert dem Netz vielleicht bald eine Konkurrenz zur Videoplattform Youtube: Amazon plant offenbar den Aufbau eines Konkurrenz-Kanals, wie der Medieninformationsdienst turi2.de berichtet.

Zuerst hatte Google sich von Amazon benachteiligt gefühlt, weil der weltgrößte Online-Händler Google-Geräte wie den Streaming-Stick Chromecast und den Lautsprecher Google Home nicht im Sortiment hatte, die hauseigenen Geräten von Amazon Konkurrenz machen. Zudem war für Nutzer der Plattform Google Cast Amazons Streamingdienst Prime Video nicht verfügbar. Google kündigte daraufhin an, zum 1. Januar 2018 das beliebte Videoportal YouTube, das zu Google gehört, für die Amazon-Geräte Fire TV und Echo Show unzugänglich zu machen.

Amazon reagiert nun und hat die Markenrechte „Amazon Tube“ und „Open Tube“ beantragt, wie verschiedene US-Medien berichten. Phillip Swann schreibt auf seiner Website tvanswerman.com, beide Produkten seien Videoplattformen und ähnelten in ihrer Funktionsweise Youtube sehr stark. Sollte sich die Konkurrenz etablieren, könnte Google die Vormachtstellung verlieren, die der Konzern mit Youtube derzeit innehat. Bereits im Mai 2016 hatte Amazon mit Amazon Video Direct eine Plattform zu Verfügung gestellt, auf der private Nutzer ihre Videos hochladen konnten mit der Aussicht auf Bezahlung.

Die Auseinandersetzung dürfte nur ein Vorgeschmack sein

Noch scheint die große Eskalation vermeidbar zu sein: „Google und Amazon sagen, sie würden versuchen, den Streit vor dem 1. Januar zu lösen“, schreibt Swann. Amazon habe angekündigt, den Chromecast Stick wieder ins Sortiment zu nehmen – allerdings war er am Morgen des 20. Dezembers dort noch nicht verfügbar.

Die Auseinandersetzung dürfte nur ein Vorgeschmack sein auf die Verteilungskämpfe, die der Netzwelt noch bevorstehen. Möglicherweise droht eine Konkurrenz geschlossener Systeme, wie Apple jetzt schon in vielerlei Hinsicht eines ist. Die Nutzer müssten sich dann für eines entscheiden – oder für mehrere Geld ausgeben, wie es beim Video-Streaming mit Netflix, Sky und Amazon Prime jetzt schon der Fall ist.

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