Foto: AP/Symbolbild

Eine Zuffenhausener Softwareschmiede wagt den Aufstand gegen zwei Konzerne.  

Stuttgart - Seit Monaten kämpft eine kleine Softwarefirma aus Zuffenhausen einen einsamen Kampf gegen die beiden Weltkonzerne IBM und Samsung. Der Vorwurf: Die IT-Riesen sollen die Firma technologisch ausgesogen und an den Rand der Insolvenz gebracht haben. Jetzt klagt der schwäbische David gegen die Goliaths.

Roland Widuch will hier eigentlich nicht sitzen und sich mit all den Gerichtsakten und dem Schriftverkehr der Anwälte herumschlagen. Eigentlich will der Vorstandschef der CCP Systems AG von seinem Büro im Stuttgarter Stadtteil Zuffenhausen aus nur die Geschäfte seiner Firma voranbringen. Das aber ist im Moment nur schwer möglich. Denn von den Ordnern mit Gerichtsunterlagen und Anwaltskorrespondenz in dem Aktenschrank hinter ihm hängt die Zukunft seiner 20-Mann-Firma ab. Und die steht gerade auf dem Spiel.

In den grauen Ordnern ist minuziös aufgezeichnet, was sich liest wie ein internationaler Wirtschaftskrimi. Er beginnt im Stuttgarter Norden und zieht seine Kreise bis nach Korea und in die USA. Es geht um eine kleine Softwareschmiede, die sich anschickte, mit einer innovativen Software die Druckertechnologie umzukrempeln, die zur Vermarktung des Produkts das Bündnis mit den großen Konzernen der Welt suchte und die von zweien dieser Konzerne über den Tisch gezogen wurde.

Die Geschichte beginnt vor über zehn Jahren. Damals entwickelt ein ehemaliger CCP-Mitarbeiter die Software Jscribe. Wenn Widuch heute über diese Technologie redet, benutzt er Vokabeln wie "brillant" oder "Riesenpotenzial". Jscribe ist eine Plattform, auf der vorher stumpf vor sich hin arbeitende Drucker und Kopierer in Kontakt miteinander treten und sich über Auslastung oder Verfügbarkeit austauschen können. Die Folge: Die Datenverarbeitung in Firmennetzwerken wird viel effizienter. Andere Jscribe-Anwendungen verhindern Datenlecks oder verwandeln Drucker in Kleincomputer. "Jscribe haucht den dummen Geräten Intelligenz ein", sagt Widuch.

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