Die Abiturprüfungen sollten vergleichbarer werden. Foto: dpa

Es gibt keine Inflation an guten Noten im Land. Das ist gut, darf aber für die Schüler nicht zum Nachteil werden, kommentiert Renate Allgöwer

Stuttgart - Die Inflation guter Noten in Baden-Württemberg hält sich in Grenzen. In der neuesten Debatte um die Aussagekraft von Abiturnoten wird der Südwesten aus der Schusslinie genommen. Das ist eine gute Nachricht für die Gymnasien im Land. Die Bewertungen in Baden-Württemberg scheinen einigermaßen treffend zu sein. Die Aufregung um Zehntelnoten relativiert sich auch, weil sich viele potenzielle Arbeitgeber und Hochschulen längst lieber auf eigene Kompetenztests als auf Zeugnisnoten stützen. Dennoch ist die Note nicht zu vernachlässigen. Abiturienten aus dem Südwesten dürfen keine Nachteile gegenüber den Absolventen aus anderen Bundesländern haben, die großzügiger gute Zensuren vergeben, wenn sie etwa um Studienplätze konkurrieren. Es ist überfällig, die Standards und die Anforderungen anzugleichen und eine solide Vergleichsbasis zu schaffen. Ein Staatsvertrag, wie ihn Kultusministerin Susanne Eisenmann anstrebt, kann da gute Dienste leisten.

Symbolische Nachbesserungen

Geforderte Nachbesserungen am Notensystem sind eher für die Symbolik wichtig. Dass es eine Eins plus oder 15 Punkte nur geben soll, wenn alle Aufgaben richtig sind und nicht nur 95 Prozent, bedient die Erwartungen. Ebenso, dass eine Prüfung bestanden ist, wenn die Hälfte stimmt und nicht nur 45 Prozent. Beides ist gerechtfertigt, bedeutet aber eine Erschwernis.

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