Der Streit über die Bauarbeiten am Leuze-Knoten geht weiter. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Die Forderung nach einem Nachschlag von 18 Millionen Euro für den Leuze-Knoten alarmiert die Kritiker des Projekts Rosensteintunnel. Sie verlangen einen Rückbau.

Stuttgart - Das Klimaschutzbündnis Stuttgart und der Kreisverband des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) haben den Gemeinderat aufgefordert, das umstrittene Straßenprojekt Rosensteintunnel zu reduzieren. Nach Ansicht der Fraktionsgemeinschaft SÖS/Linke-plus zeigen die „explodierenden Kosten“, das es sich dabei um ein unsinniges Vorhaben handle, das noch mehr Autoverkehr und Schadstoffe in die Stadt verlagere. „Jeder Cent für diesen Tunnel ist eine Fehlinvestition“, sagt der Fraktionschef Thomas Adler.

Immer höhere Kosten

Die Kritiker reagieren damit auf einen Bericht dieser Zeitung über Nachforderungen der Stuttgarter Baufirma Wolff und Müller in Höhe von 18 Millionen Euro. Diese werden von der Stadt als nicht gerechtfertigt angesehen. Mit der Forderung der Baufirma verteuerten sich die ursprünglich mit 194 Millionen bezifferten Kosten erneut, betont unter anderem der VCD.

Mehr Verkehr durch den Rosensteintunnel

Vor Baubeginn habe das Projekt bereits 230 Millionen Euro gekostet. Und 2015 habe der Gemeinderat „ohne viel Aufhebens weitere 44 Millionen Euro für Mehrkosten spendiert“. Laut den Prognosen werde sich der Verkehr nach dem Bau des Rosensteintunnels erheblich erhöhen, so die Kritiker. Dieser Straßenbau konterkariere alle Bemühungen um weniger Autoverkehr, wie im Verkehrsentwicklungskonzept 2030 vorgesehen. Weder die Ziele des Luftreinhalteplans noch die des Klimaschutzkonzepts könnten bis 2020 eingehalten werden. „Statt Straßenausbau muss man mit dem Fahrbahnrückbau beginnen“, betont der VCD-Kreisvorsitzende Christoph Link. Auch die Fraktionsgemeinschaft SÖS/Linke-plus fordert ein Umdenken.

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