OB Frank Nopper (links) ist wegen der Feuerwehrfrage in der Kritik. Foto: Stoppel/Archiv

Eine Backnanger Bürgerinitiative sagt, der vorgesehene Standort für den Neubau eines Feuerwehrhauses bei Heiningen sei völlig ungeeignet. Ein Grundstück an der B 14 wäre die bessere Wahl. Die Sache wird noch mal aufgerollt.

Backnang - Wenn es um die Feuerwehr geht, etwa um einen seit Jahren geplanten Neubau für die Floriansjünger, dann melden sich vielerorts fast immer zig Menschen zu Wort. Unterstützer und Bedenkenträger, die Kommunalpolitiker sowieso und womöglich auch ein paar Anwohner, die künftig neben der Einsatzzentrale wohnen werden und deren Ruhe gelegentlich gestört werden dürfte. In manchen Fällen gründet sich auch eine Bürgerinitiative, die gegen den Neubau kämpft. Das ist in Backnang geschehen.

Das ist geplant

Eigentlich ist längst beschlossen: der dringend benötigte Neubau für die Abteilungen der Floriansjünger in den südlichen Backnanger Stadtteilen wird zwischen Waldrems und Heiningen gebaut. Er soll rund 3,5 Millionen Euro kosten und wäre, wenn es nach den ursprünglichen Plänen ginge, bereits in diesem Jahr bezugsbereit. Bisher indes hat die Stadt zwar die Grundstücke erworben, gebaut worden ist aber noch nichts. Der Beschluss, das Haus am sogenannten Standort Nummer elf zu bauen, war 2015 im Gemeinderat ohne Gegenstimmen gefallen. Einige Stadträte werfen den Gegnern vor, sie redeten den gewählten Standort schlecht, weil sie befürchteten, dass ihre Immobilien weniger wert sein könnte, wenn diese künftig direkt neben der Einsatzzentrale der Floriansjünger stünden. In der Nähe von Maubach, des dritten (und größten) südlichen Stadtteils, gebe es gar kein geeignetes Grundstück, sagte der Oberbürgermeister Frank Nopper damals. Auch deshalb war die Wahl auf das Areal Nummer elf gefallen.

Herbe Kritik der Initiative

Die Initiative nennt sich „Wir.Für.4“, der Name ist Programm. Christoph Dörr ist Mitglied der Gruppe, er erklärt, die Initiative sei für den Standort Nummer vier, denn dieser liege ideal, direkt an der Bundesstraße 14 und zentral in der Mitte der drei Stadtteile. „Die meisten Menschen leben in Maubach“, der Ort werde weiter wachsen. Nur vom Standort vier aus sei es möglich, alle Gebäude der drei Stadtteile schnell zu erreichen, sagt Dörr. In den vergangenen drei Jahren hätten sich einige Veränderungen ergeben, die nun erst recht für das Feuerwehrhaus an der B 14 sprächen: Der schnell Fortgang des Neubaus der Bundesstraße „ändert die Verkehrssituation komplett“. Und ein Grundstück in der Isarstraße zwischen Waldrems und Maubach sei verfügbar. Der Sachverständige, den die Stadt beauftragt hatte und der schließlich für den Standort elf stimmte, sei von der Verwaltung mit „einseitigen und bewusst falschen Fakten“ versorgt worden. Der Fachmann sei nicht als Gutachter bestellt, er habe nicht die Aufgabe gehabt, selbst zu recherchieren. Der Vorwurf, die Mitglieder der Initiative wollten nur verhindern, dass vor ihren Haustüren gebaut werde, sei falsch, sagt Dörr. Viele wohnten gar nicht in der Nähe. „Wir.Für.4“ fordert ein neues Gutachten eines anderen Fachmannes.

Standpunkt der Stadträte

Das Bürgerforum hat sich in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats dieser Forderung angeschlossen. „Wir wollen ein richtiges Gutachten von einem weiteren Sachverständigen“, sagt Eric Bachert auf Anfrage. Die Argumente der Initiative seien nachvollziehbar. Willy Härtner (Grüne) kann sich vorstellen, erneut über den Standort abzustimmen. Lutz-Dietrich Schweizer (Christliche Initiative) spricht von „tatsächlich ein paar neuen Argumenten“. Ute Ulfert (CDU) sagt, die Verwaltung müsse die Argumente für den Standort elf „nochmals schlüssig beantworten“. Momentan zweifele sie aber nicht am Beschluss. Heinz Franke (SPD) sagt, es seien „keine Erkenntnisse aufgetaucht, die eine Revision der Entscheidung nahelegen“.

Das sagt die Verwaltung

OB Nopper sagt, die Verwaltung werde in der Sitzung des Gemeinderats am 11. Oktober gemeinsam mit dem Gutachter alle Fragen der Initiative beantworten. Aus der Sicht der Verwaltung sei der Standort zwischen Heinigen und Waldrems nach wie vor der beste. Auch die Feuerwehr und die drei Ortschaftsräte seien dieser Meinung. Erst vor ein paar Tagen sei es gelungen, das letzte Grundstück zu erwerben, das für den Bau des Hauses am Standort elf benötigt werde. Die Kaufverträge hätten aber eine Rückgabeklausel für den Fall, dass „wir, wider Erwarten, das Feuerwehrhaus Süd am Standort elf nicht bauen sollten“.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: