Auch in Stuttgart sorgte der Warnstreik für Chaos. Foto: 7aktuell.de/Moritz Bassermann

Am Montagmorgen legte der Warnstreik bei der Deutschen Bahn bundesweit den Zugverkehr lahm. Gegen 9 Uhr wurde der Streik beendet, doch die Auswirkungen werden vermutlich den ganzen Tag spürbar sein.

Berlin - Bei der Deutschen Bahn hat die Gewerkschaft EVG ihren Warnstreik nach mehreren Stunden beendet. Das sagte ein Sprecher der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft am Montag. Kunden müssen nach Bahnangaben aber noch den ganzen Tag mit Einschränkungen rechnen, vor allem im Fernverkehr.

„Die Wucht des Streiks macht deutlich, wie groß die Verärgerung der Kollegen darüber ist, dass weiter kein abschlussfähiges Angebot vorliegt“, sagte der Gewerkschaftssprecher. Sobald die Bahn schriftlich ein verbessertes Angebot vorlege, sei die EVG bereit, die Tarifverhandlungen wieder aufzunehmen. Der vierstündige Warnstreik hatte am Morgen um 5.00 Uhr begonnen – wegen eines aus ihrer Sicht zu geringen Lohnangebots. ICE und Intercitys fuhren nicht, auch im Regionalverkehr kam es zu erheblichen Einschränkungen, in einzelnen Bundesländern fuhr kaum ein Zug. Auch die Reisezentren wurden bestreikt.

Auch in Stuttgart ging zeitweise nichts mehr

Der Warnstreik hatte den Bahnverkehr im Südwesten stark getroffen. „Es kommt zu sehr starken Beeinträchtigungen im gesamten Regionalverkehr“, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn am Morgen. „Im badischen Bereich ist der Regionalverkehr momentan mehr oder weniger eingestellt“, sagte sie gegen 8 Uhr. Kommentar: „Kunden veräppelt“

Regionale Schwerpunkte in Baden-Württemberg waren den Angaben zufolge der Großraum Mannheim und Karlsruhe. „In Karlsruhe kann es aufgrund des Streiks zu langen Verzögerungen bei der Bereitstellung von Zügen kommen“, hatte ein Sprecher bereits am frühen Morgen angekündigt. Besonders betroffen seien Strecken über den Bahn-Knotenpunkt Mannheim. Die Auswirkungen seien aber auch über die Landesgrenze hinaus zu spüren. „Viele Züge enden vorzeitig, da der Bahnverkehr in Bayern momentan komplett eingestellt ist.“

Auch am Stuttgarter Bahnhof ging zeitweise nichts mehr. Im S-Bahn-Verkehr in Stuttgart kam es zu zahlreichen Ausfällen und Verspätungen. Laut einer Bahn-Sprecherin fuhren zeitweise nur die S1 und die S-Bahn vom Flughafen bis Stuttgart Hauptbahnhof. Grund dafür waren Arbeitsniederlegungen in den Stellwerken Ludwigsburg, Zuffenhausen, Waiblingen und Untertürkheim. An den Anzeigetafeln waren zahlreiche ausfallende Züge oder etwa Verspätungen von 300 Minuten angekündigt. EVG-Mitglieder machten dort mit Transparenten auf ihre Forderungen aufmerksam. „Mehr für uns alle“ stand darauf unter anderem geschrieben - verbunden mit der Forderung nach 7,5 Prozent mehr Geld.

Sehen Sie im Video, wo es in Deutschland überall Warnstreiks gibt und welche Regionen am schwersten Betroffen sind.

Tickets behalten Gültigkeit

Grund für den Warnstreik war der Abbruch der Tarifgespräche mit dem Bahn-Management. Am Samstag waren die Parteien in Hannover ohne Ergebnis auseinandergegangen.

Bahnreisende im Südwesten hatten zwar größtenteils im Vorfeld mitbekommen, dass es Warnstreiks geben sollte. Zahlreiche Reisende waren unter anderem in Stuttgart aber trotzdem an den Bahnhof gekommen – und bisweilen ratlos, wie sie nun an ihr Ziel kommen sollten.

Durch die Einschränkungen im Fern- und Regionalverkehr kam es am Stuttgarter Hauptbahnhof zu Zugausfällen und Verspätungen. Vor den Infoständen der Deutschen Bahn bildeten sich lange Schlangen.

Ein Bahn-Sprecher empfahl Reisenden dringend, ihre Reisen auf den Dienstag zu verschieben, da der Warnstreik vermutlich während des gesamten Tages massive Einschränkungen im Fernverkehr verursachen würde. Alle Tickets behielten ihre Gültigkeit, Zugbindungen seien aufgehoben - auch für den Dienstag.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: