Der neue Sprinter, kurz vor der Übergabe von Rotary an Trottwar Foto: Trottwar

Die Straßenzeitung Trottwar ist zu einem umsatzstarken Sozialunternehmen geworden und hat nun eine Immobilie im Stuttgarter Westen gekauft. Am Mittwoch gab es darauf noch ein Sahnehäubchen.

Stuttgart - Die Straßenzeitung Trottwar wird im November in der Falkertstraße 58 einziehen. Das Sozialunternehmen hat die 755 Quadratmeter große Immobilie nach Angaben des Geschäftsführer Helmut H. Schmid für 1,5 Millionen Euro gekauft.

„Auch wenn die Straßenzeitung mit Zins und Tilgung weniger als die bisherige Miete bezahlt, bedeutet dies für den gemeinnützigen Verein einen monetären Kraftakt, musste doch etwa ein Drittel der anfallenden Kosten aus eigenen Mitteln bereits im Oktober 2016 bestritten werden“, sagt Schmid. Die Hälfte aller Einnahmen von Trottwar stammten aus dem Zeitungsverkauf, hinzu kämen Erlöse aus der Plastikflaschensortierung. den Stadtrundgängen. Spenden und Mitgliedsbeiträge decken die Differenz zwischen Einnahmen und den Ausgaben für Miete und Gehälter. „In den letzten Jahren haben wir unter anderem wegen der guten Konjunktur 500 000 Euro Überschuss erwirtschaftet“, so Schmid.

Interim im Haus Martinus denkbar

Die Niederlassung in der Hauptstätter Straße musste Trottwar, 23 Jahre alt, schon räumen. Behelfsmäßig zogen die Mitarbeiter in Büros in der Uhlandstraße 21 ein. So lange stehen weder Aufenthaltsraum noch Kleiderkammer noch Küche zur Verfügung, es gibt kein Frühstück für die Mitarbeiter, und die Straßenzeitung wird in einer alten Holzgarage ausgegeben. Das sei bis November eigentlich nicht tragbar. „Wir erwägen das Haus Martinus in der Olgastraße als Interimsquartier“, sagt Helmut H. Schmid. Das Haus gehört dem Caritasverband Stuttgart, ist als Altenheim und Asylunterkunft genutzt worden und soll neuen Pflegeplätzen und betreutem Wohnen Platz machen.

Eine große Sorge ist Trottwar seit Mittwoch los: In Wangen überreichte Volker Lässing, der Präsident des Rotary Clubs Stuttgart-Wildpark, an Helmut H. Schmid einen Mercedes Sprinter im Wert von 45 000 Euro. „Wir sind sehr dankbar, dass die Rotarier so tief in die Taschen gegriffen haben“, sagte Schmid bei der Übergabe. Das alte Fahrzeug sei hinüber, und ohne gehe es nicht: 30 000 Exemplare der Straßenzeitung werden monatlich aus der Druckerei abgeholt und an mindestens 14 Lieferadressen ausgefahren, damit Obdachlose und sozial Schwache durch den Zeitungsverkauf ein Auskommen haben. Auch zum Abholen der Plastikflaschen sei ein Fahrzeug unverzichtbar.

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