Fußgänger sind im Straßenverkehr besonders gefährdet. Foto: Pink Badger/Adobe Stock

Meist sind bei Unfällen nicht die Fußgänger schuld – doch wenn es zur Kollision kommt, tragen sie oft schwere Verletzungen davon. Eine neue Studie liefert wichtige Erkenntnisse.

Stuttgart - Fußgänger haben keine Knautschzone und sind im Straßenverkehr besonders gefährdet. Welchen Risiken sie als Verkehrsteilnehmer ausgesetzt sind, hat der Versicherungskonzern Allianz unter Leitung des Allianz-Zentrums für Technik in einer am Donnerstag vorgestellten Studie untersucht. Enthalten sind auch Vorschläge, wie sich die Opferzahlen reduzieren ließen. Hier fünf Tipps, die Fußgänger im Straßenverkehr befolgen sollten:

Vorsicht bei schlechter Sicht und Dunkelheit Besonders gefährdet sind Fußgänger in der Zeit von Oktober bis Februar, innerorts und in der Dämmerung oder bei Dunkelheit sowie schlechten Sichtverhältnissen durch Nebel oder Regen. Bei Unfällen in der Nacht gibt es besonders viele Todesopfer. Generell ist der Straßenverkehr zwar sicherer geworden. Das Zufußgehen ist jedoch statistisch betrachtet die gefährlichste Fortbewegungsart – noch vor dem Fahrradfahren, dem Auto- und Motorradfahren und dem öffentlichen Verkehr. So lag der Anteil der Fußgänger an den Verkehrstoten 2018 bei etwa 14 Prozent: 457 Fußgänger starben.

Vorsicht bei rückwärtsfahrenden Autos Bei 87 Prozent aller tödlichen Fußgängerunfälle sind Autos und Lkw involviert, deren Fahrer zumeist auch die Hauptunfallverursacher sind. „Fußgänger sind eher die Opfer als die Täter“, betont Christoph Lauterwasser vom Allianz-Zentrum für Technik. Am häufigsten kommt es zu Kollisionen, wenn die Fußgänger Straßen überqueren. Ein Fünftel sind Abbiegeunfälle. Noch größer ist jedoch – laut Allianz-Studie überraschenderweise – der Anteil der Unfälle mit rückwärtsfahrenden Fahrzeugen.

Beim Überqueren von Straßen nicht ablenken lassen Der häufigste Fußgängerfehler ist es, beim Überqueren von Straßen nicht aufzupassen. Die Statistiken legen nahe, dass jeder zehnte getötete Fußgänger betrunken war. „Alkohol, Medikamente, Drogen, Müdigkeit, Ablenkung haben als Unfallursache ein hohes Dunkelfeld“, besagt die Studie.

Besser nicht aufs Smartphone schauen Das Smartphone ist aus den Händen vieler Fußgänger nicht mehr wegzudenken. 45 Prozent von ihnen nutzten ihre Geräte auch beim Überqueren von Straßen, heißt es. Die Daten zeigen, dass zwischen einer Ablenkung durch Tippen, Musikhören und Fotosmachen sowie Unfällen signifikante Zusammenhänge bestehen.

Auf E-Tretroller besonders achten Die Allianz erwartet durch die neuen E-Scooter einen Anstieg der Unfallzahlen – sowohl durch Zusammenstöße als auch durch Unfälle ohne Beteiligung anderer Fahrzeuge. Besonders kritisch sieht Jochen Haug, Vorstandsmitglied der Allianz Versicherungs-AG, das niedrige Einstiegsalter ab zwölf Jahren und eine mögliche Freigabe der Gehwege für langsame E-Roller. Tretroller mit Elektromotor – auch E-Tretroller oder E-Scooter genannt – sollen von diesem Frühjahr/Sommer an in Deutschland zugelassen werden.

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