Ungeklärte Straßenraubdelikte in den vergangenen Tagen beschäftigen die Stuttgarter Polizei. Foto: dpa

Auch bei Straßenraub gilt: Nicht immer sehen die Täter so aus, wie man das gemeinhin erwarten würde. Und dann werden die Opfer plötzlich von hinten überwältigt.

Stuttgart - Ein Nachtschwärmer, der auf der Straße einem dünnen und hageren jungen Mann begegnet, rechnet nicht unbedingt mit einem Straßenräuber. Mit so einem würde man doch fertig werden. Allerdings sollte man dies nicht unterschätzen – mindestens zwei Opfer hatten keine Chance.

Weiterhin ungeklärt ist der Fall im Stuttgarter Süden. Ein 45-jähriger alkoholisierter Mann hatte sich am Donnerstag gegen 2 Uhr auf den Nachhauseweg begeben, als er von einem Unbekannten angesprochen wird. Soweit die Polizei das in ihren Protokollen festgehalten hat, handelt es sich um einen etwa 25 Jahre alten hageren Mann, etwa 1,80 Meter groß, schwarz gekleidet. Ehe sich’s der Betroffene versieht, wird er von hinten festgehalten. Es kommt zu einem Gerangel, dann flüchten die Täter mit der Geldbörse und dem Mobiltelefon des 45-Jährigen.

Die Masche: Opfer ablenken, von hinten überrumpeln

„Das Ganze erinnert ein wenig an den Fall in der Nacht zuvor“, sagt Polizeisprecher Jens Lauer. Auch wenn der sich in einem ganz anderem Bereich abspielte: In der Wunderlichstraße im Stuttgarter Osten war ein 21-Jähriger gegen 3.30 Uhr ebenfalls von einem auffallend schlanken Mann angesprochen worden. Auch da ging alles blitzschnell: Ein Komplize, der soll eine kräftige Statur gehabt haben, griff von hinten an.

Der Dünne riss dem Opfer das Mobiltelefon aus der Hand – und die Räuber flüchteten. In diesem Fall soll der schlanke Täter eine rote Baseballmütze mit der Aufschrift „Bulls“ getragen haben. Auch diese Täter waren schwarz gekleidet.

Ungewöhnliche Überfälle im August

Damit hat die Polizei eine Reihe ungewöhnlicher Überfälle im August, die noch ungelöst sind. Etwa der Fall am Montag, als eine 42-jährige Frau in der Brählesgasse in Bad Cannstatt just in jenem Moment von hinten überfallen wurde, als sie einen Backshop betreten wollte. Ein Einzeltäter entkam mit ihrer Handtasche. Unklar auch der Überfall im Bereich der Paulinenbrücke in der Innenstadt am vergangenen Samstag, als ein 57-Jähriger offenbar einen epileptischen Anfall erlitt und von einem Duo um sein Geld und seinen Rucksack gebracht wurde.

Jede Spur fehlt auch von den jungen Männern, die Anfang August nachts auf dem Pragfriedhof im Stuttgarter Norden von einem 44-jährigen Passanten angesprochen wurden, weil dieser sie beim Graffitisprayen vermutete. Der Mann wurde zusammengeschlagen, die Täter entkamen mit Geldbörse, Mobiltelefon und Armbanduhr des Opfers. Wenige Minuten zuvor wurde ein 16-Jähriger im Schlossgarten in der Innenstadt von einer Gruppe angegangen. Die Täter erbeuteten eine Lautsprecherbox. In dieser Nacht wurden auch noch zwei 18- und 19-Jährige das Opfer eines Räuber-Duos in der Königstraße. Die hatten erst ihre Begleitung angeboten, dann in der Stephanstraße zugeschlagen. Einer der Täter wurde übrigens als „auffällig schlank“ beschrieben.

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