Straßenmagazin Trott-war WM-Sonderheft mit besonderem Blickwinkel

Von Philipp Maisel 

Ab sofort gibt es das WM-Sonderheft von Trott-war auf der Straße zu kaufen. Foto: GES-Sportfoto
Ab sofort gibt es das WM-Sonderheft von Trott-war auf der Straße zu kaufen. Foto: GES-Sportfoto

Die Straßenzeitung Trott-war hat zur Fußball-WM ein Sonderheft auf den Markt gebracht, das mit besonderem Ansatz und VfB-Bezug aufwartet.

Stuttgart - Jeder kennt sie, die Straßenverkäufer mit der roten Weste: sie bieten in Stuttgart und der Region das Magazin Trott-war an. Dahinter steckt der Trott-war e. V. der sich für wirtschaftlich und sozial benachteiligte Menschen einsetzt. Zur anstehenden Fußball- Weltmeisterschaft in Russland hat die Redaktion nun ein 72-seitiges Sonderheft auf den Markt gebracht, das das mit vielen Highlights und starkem VfB-Bezug aufwartet.

Das Projekt, an dem auch die 90er-Weltmeister Jürgen Klinsmann und Guido Buchwald, Bundesliga-Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus sowie die Fußball-Profis Andreas Beck, Serdar Tasci und Dennis Aogo sowie die Journalisten Hajo Seppelt und Tom Bartles beteiligt sind, betrachtet das fußballerische Großereignis aus einem anderen Blickwinkel und wagt den Spagat zwischen der Obdachlosen-Szene und dem Profifußball. Durchaus kritisch setzt man sich inhaltlich mit dem modernen Fußball auseinander. Themen wie Doping, Enthüllungen im Fußball-Business durch das Buch „Football Leaks“, die russische Politik oder das European Street Football Festival, die sogenannte Obdachlosen-WM, kommen darin vor.

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Zudem beziehen prominente Protagonisten klar Stellung. „Der Fußball ist eine große Industrie geworden, in der viele Menschen Arbeitsplätze gefunden haben und in der auch viel Geld bewegt wird. Und eines ist auch klar: Es sind die Spieler, die im Mittelpunkt stehen. Deshalb sollte ihnen auch ein großer Teil dieser Einnahmen zustehen“, sagt beispielsweise Bundestrainer Joachim Löw in Bezug auf die Frage, ob Spielergehälter leistungsgerecht seien. Auch Service bietet das Heft. So gibt es einen großen Spielplan und ein Poster zum Herausnehmen. 50.000 Exemplare hat der Verein aufgelegt, drei Euro kostet eine Ausgabe, statt der üblichen 2,20 Euro.

Projekt bietet Hilfe zur Selbsthilfe

Peter Klein, neben Medien-Berater Roland Eitel einer der Initiatoren, will mit dem Heft ein „soziales Zeichen setzen: Hier ist der Fußball Hilfe zur Selbsthilfe.“ Denn die Straßenverkäufer bekommen 50 Prozent des Erlöses, können sich so ein Zubrot verdienen. Die restlichen Erlöse kommen dem Verein Trott-war zu gute, der sich um sozial Benachteiligte, Langzeitarbeitslose und Obdachlose kümmert. „Für uns war wichtig, dass dahinter Trott-war dahinter erkennbar ist und auch kritische Themen angesprochen werden“, sagte Helmut H. Schmid, der Geschäftsführer des gleichnamigen gemeinnützigen Vereins.

Jürgen Klinsmann fordert Solidarität von Fußballfans

Sami Khedira, Weltmeister in Diensten von Juventus Turin und beim VfB Stuttgart ausgebildet und mit einem großen Interview gemeinsam mit seinen Brüdern Rani und Denny im Heft vertreten, ist ebenfalls begeistert: „Trott-war ist eine klasse Einrichtung, bei der Hilfe zur Selbsthilfe praktiziert wird. Daher finde ich die Initiative klasse. Diese Idee muss unterstützt werden.“ Jürgen Klinsmann pflichtet ihm bei. „Das Heft zeigt die Weltmeisterschaft aus verschiedenen Blickwinkeln – und schlägt immer wieder die Brücke zu klassischen Trott-war Themen. Das Heft macht Appetit auf die WM. Jetzt können die Fußball-Fans ihre Solidarität zeigen.“

Ab sofort sind die Hefte auf der Straße zu bekommen. Auf VfB-Fans wartet zudem noch ein besonderes Schmankerl: rund um das Spiel des VfB gegen Hoffenheim bietet sich die Chance, Gutes zu tun und einen Weltmeister persönlich zu treffen: Guido Buchwald wird vor der Partie im Stadionumfeld Hefte verkaufen.

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