Achtung Einsturzgefahr! Die Lärmschutzwände entlang des Renninger Maisenburgwegs müssen ersetzt werden. Foto: Manuel Schust

Da die hölzernen Lärmschutzwände am Renninger Maisenburgweg nicht mehr standsicher sind, sollen nun neue Gabionenwände errichtet werden – zum Preis von 275 000 Euro.

Wer seit dem Sommer zu Fuß oder mit dem Fahrrad in Renningen entlang des Maisenburgwegs angrenzend zur B 295 unterwegs gewesen ist, dem sind die eingezäunten Lärmschutzwände bestimmt ins Auge gefallen. Schon ein flüchtiger Blick reicht aus, um zu erkennen, warum neben den Holzbauten ein Schild mit der Aufschrift „Gefahrenbereich. Betreten verboten!“ errichtet wurde.

 

Neubau unumgänglich

Die im Jahr 1985 im Zuge der Erschließung des Baugebiets Hummelbaum IV errichteten Lärmschutzwände befinden sich in einem schlechten Zustand. An einzelnen Brettern ist stellenweise ein Pilzbefall sichtbar. Das Holz ist teilweise so morsch und durchfeuchtet, dass die mit Erde gefüllte Konstruktion nicht mehr standsicher ist. Eine bereits im Jahr 2022 durchgeführte Bauwerksprüfung hat dies bestätigt. Eine umgehende Instandsetzung oder Erneuerung ist daher erforderlich. Da die Holzkonstruktion in ihrer Substanz enorm geschwächt ist und auch tragende Stützen zersetzt sind, lohnt sich eine Instandsetzung nicht mehr.

Deutliche Schäden an der Lärmschutzwand machen einen Neubau nötig. Foto: Manuel Schust

Ein Neubau muss daher errichtet werden. Drei unterschiedliche Bauweisen standen der Renninger Stadtverwaltung hierfür zur Auswahl. Nach einer Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile entschied man sich gegen Lösungen aus Beton und Aluminium und für die Errichtung von Gabionenwänden. Hierbei handelt es sich um mit Natursteinen gefüllte Körbe, die als dauerhaft und wirtschaftlich gelten. Eine erneute Prüfung, ob auch eine Holzvariante möglich sei, wurde im technischen Ausschuss diskutiert. Doch da für die Errichtung mehr Beton nötig gewesen wäre, entschied man sich für die Empfehlung der Gabionenkonstruktion. „Mit eingeplant ist außerdem eine Begrünung mit Rankpflanzen“, erklärt Stadtbaumeister Hartmut Marx. „Es ist geplant, Clematis oder Weinranken zum Einsatz zu bringen.“ Auch der Klimaschutz wurde mitgedacht: Dank der Begrünung hält sich die Hitzespeicherung der Steine in Grenzen. Außerdem können die Gabionenwände Eidechsen als Lebensraum dienen.

Unterschiedliche Meinungen zu Kosten

Die Kosten für die neue Lärmschutzwand werden auf 275 000 Euro angesetzt. Ein stolzer Betrag, wie nicht nur Gemeinderatsmitglied Andreas Kindler (CDU) findet. „Für grob 35 Meter Lärmschutzwand würde doch keiner so viel Geld ausgeben, wenn er es privat zahlen müsste“, empörte sich Kindler bei der Gemeinderatssitzung. „Für das Geld baut man eigentlich ein Haus. Ich weiß nicht, was da so viel kosten soll? Da muss es doch andere Alternativen geben. Ich finde das unverhältnismäßig.“

Hartmut Marx entgegnete, dass der bisherige Lärmschutz erneuert werden muss: „Irgendwas müssen wir machen. Wir haben mehrere Varianten untersuchen lassen und in der Größenordnung liegen die Kosten alle in einem ähnlichen Bereich.“ Der Preis resultiere vor allem daraus, dass viele Fundamente gebaut werden müssen. „Wenn der Markt einen günstigeren Preis hergibt, soll es mich freuen. Aber auf eine Halbierung der Kosten würde ich nicht hoffen“, betont Marx. Mehrheitlich stimmte der Gemeinderat anschließend für die Errichtung der Gabionenwände.