Dichtes Gedränge vor der Bühne am Marienplatz Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Tausende Menschen haben am Wochenende beim Marienplatzfest gefeiert

Stuttgart - Ein Meer an Menschen bot der Blick in den vergangenen Tagen von oben auf den Marienplatz im Süden. Die Frage, wo der Stuttgarter die letzten Tage verbracht hat, erübrigt sich da eigentlich schon. In den vergangenen fünf Jahren hat sich das Marienplatzfest, eine Mischung aus Straßenfest und Musikfestival, zu des Kesselbewohners liebstem Event entwickelt. Auch der Wettergott scheint das Fest inzwischen zu lieben und beschert Besuchern und Veranstalter alljährlich hochsommerliche Temperaturen. Auch wenn er in diesem Jahr seine Launen hatte: Nachdem der Start am Donnerstag durch Temperaturen von mehr als dreißig Grad gesegnet war, musste das Fest am Freitagabend früher beendet werden, zu riskant waren die Wetterprognosen. Und tatsächlich regnete es Freitagnacht in Strömen. Genauso am Samstagnachmittag, was das Fest aber nur für kurze Zeit gestört hat.

Die stets erlesene Band- und DJ-Auswahl von Reiner Bocka ist sicherlich ein Grund, warum viele Menschen das Fest lieben und warum es die Massen anlockt. Im Bühnenbereich waren in den Abendstunden selbst Stehplätze ein rares Gut, zeitweise war ein Durchkommen kaum mehr möglich. Ein Kinder- und Sportprogramm ebenso wie zahlreiche Gastrostände mit regionalen Anbietern sorgten dafür, dass sich Groß und Klein dort zu Hause fühlen. „Es ist immer ein sehr schönes Fest in entspannter Atmosphäre“, sagt Raiko Grieb, Bezirksvorsteher im Süden.

Viele Anwohner ärgern sich über das vier Tage dauernde Fest

Dennoch hat das Fest in den vergangenen Jahren Höhen und Tiefen erlebt, stand immer wieder auf der Kippe. Die Besucher und Veranstalter lieben es – klar. Auf wenig Gegenliebe stößt das Fest jedoch in der Regel bei den Anwohnern. Einige hatten sich immer wieder gegen die viertägige Dauerbeschallung und einen vermüllten Marienplatz gewehrt. Weil es zu wenig Toiletten gab, erledigten viele Besucher ihr Geschäft kurzerhand an den Fassaden. Dem wirkte der Veranstalter in diesem Jahr mit weiteren Dixiklos entgegen.

Auch innerhalb des Bezirksbeirats Süd schlagen bei vielen Lokalpolitikern zwei Seelen in der Brust wenn Bocka und Benz alljährlich um die Genehmigung bitten. „Dennoch war die Zusammenarbeit immer gut“, sagt Grieb. Die Veranstalter hätten sich stets sehr kooperationsbereit gezeigt und versucht, jedes entstandene Problem aus der Welt zu schaffen. Weniger Bands, ruhigere Klänge und eine Silent-Disco ab 22.30 Uhr – Musik gibt es dann nur noch über Kopfhöhrer – entspannten die Lage in der Nachbarschaft etwas. Und vier Tage im Jahr könne man so ein Fest schon mal aushalten, findet Grieb. „Das gehört in der Großstadt dazu.“

Nun machen tausende Festivalbesucher ja nicht immer unbedingt genau das, was sich zwei Veranstalter, Politik und Verwaltung von Ihnen wünschen. Viele Besucher hatten im vergangenen Jahr aus Platzgründen das Fest einfach auf der Straße fortgesetzt, was natürlich verkehrstechnische Probleme mit sich brachte. Die Polizei musste die Straße zeitweise sperren. In diesem Jahr hatte man vorgesorgt: Die Tübinger Straße wurde gleich mit zur Festmeile, was die Lage ebenfalls entspannte.

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