Melanie Moser und Felix Klenk organisieren die Westallee. Foto: Björn Springorum

Von Donnerstag an bis Samstag verwandelt sich die Gegend rund um den Lerchenplatz wieder in die kunterbunt-alternative Westallee.

S-West - Wer rund um den lauschigen Lerchenplatz wohnt, der dürfte in den letzten Wochen Post bekommen haben. Post von den emsigen Westallee-Machern, die in bester nachbarschaftlicher Umgangsweise schon mal auf ihr Fest von Donnerstag, 11. Juli, an bis zum 13. Juli hinweisen. Dann nämlich geht die Westallee, Stuttgarts jüngstes Straßenfest, in die vierte Runde. Und weil dieses Fest eines vom Westen für den Westen ist, ist den Veranstaltern ein guter Draht zu den Nachbarn wichtig.

Jedwede Kritik oder Anregung aus der Nachbarschaft nehmen die Veranstalter ernst: „Mal abgesehen vielleicht von der, wir sollen mehr Jazz spielen“, sagt Felix Klenk und lacht. Er gehört zu dem Veranstalter-Quartett, das seit 2016 unverändert zusammen die Westallee organisiert. Dass die musikalische Auswahl der Westallee verändert wird, kommt für ihn nicht in Frage: „In dieser musikalischen Richtung gibt es kein anderes Fest. Das hat sich bewährt.“

Konzept hat sich bewährt: An Musik und Location gibt es keinen Zweifel

Der Austragungsort auch: Das verwunschene Allee-Gefühl rund um den Lerchenplatz ist längst eng mit dem Fest verwoben. „Die Gegend um den Lerchenplatz ist perfekt für die Westallee“, bestätigt Klenk. „Dort wollen wir das Fest weiterhin veranstalten.“ Dennoch weiß er, dass die Westallee wie alle Stuttgarter Stadtteilfeste so langsam aber sicher an ihre Kapazitätsgrenzen kommt. „Wir könnten uns vorstellen, ab nächstes Jahr noch in die Nebenstraßen zu expandieren.“

Dieses Jahr bleibt alles beim Alten: Drei Tage Feierei, mit dem Donnerstag als Nachbarschaftsfest, bei dem alles etwas geruhsamer und leiser zugehen soll. Freitag und Samstag gibt es dann lokale, heimische und internationale DJs und Live-Acts, aus Stuttgart sind unter anderem die spannenden Wave-Popper Mayla dabei.

Das letzte Jahr galt als Erfolg – es gab auch keine Beschwerden aus der Nachbarschaft mehr

Zu entspannt-elektronischer Musik durch die Straßen schlendern und mal so schauen, was dieser Stadtbezirk zu bieten hat, ist seit vier Jahren mit das Schönste an der Westallee. „Wir alle wohnen im Westen, sind dort verwurzelt. Ich freue mich jedes Jahr, die Nachbarn besser oder anders kennenzulernen“, sagt die Mitveranstalterin Melanie Moser.

Gemeinsam mit Michael Benz und Christopher Warstat stemmen sie dieses Event immer noch zu viert, sind insbesondere in den Monaten vor dem Fest im Ausnahmezustand. Die Krönung ist dann natürlich, wenn es – wie 2018 – keine einzige Beschwerde von offizieller Stelle gibt. Für Klenk ist das ein Zeichen, dass die Anwohner die Westallee nun annehmen.

Kunst und Kulinarik aus dem Viertel

Auch die Kunst im Hinterhof-Aktion hat sich bewährt und findet in diesem Jahr wieder am Samstag von 14 bis 19 Uhr statt. Insbesondere in Sachen Gastronomie hat sich einiges getan. „Erstmals ist in diesem Jahr das vietnamesische Restaurant Ha Long dabei, das Eisfahrrad von der Eiswerkstatt und das Riva sind neu“, sagt Moser. Klar, Feinkost Yücel darf nicht fehlen. Die Raupe Immersatt stellt ihr Foodsharing-Konzept vor. „Zudem“, so Moser, „achten wir in diesem Jahr verstärkt auf Nachhaltigkeit.“ Plastikfrei zu werden ist nur der Anfang. Dieses Jahr sei nur kompostierbares Einweggeschirr erlaubt. „Nächstes Jahr würden wir gerne mit der Stadt zusammen versuchen, mit Mehrweggeschirr zu arbeiten.“

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