Auf der Neckarsulmer Ortsdurchfahrt geht es tagtäglich eng zu. Foto: factum//Andreas Weise

Auch ein Bürgerentscheid kann den Streit über ein Straßenbauprojekt in Neckarsulm nicht beilegen. Am Sonntag sind zu wenig Bürger ins Wahllokal gegangen.

Neckarsulm - Beim Bürgerentscheid in Neckarsulm (Landkreis Heilbronn) hat sich eine klare Mehrheit gegen den Bau einer neuen Anschlussstelle an die Bundesstraße 27 ausgesprochen. Gleichzeitig ist das Ergebnis der Abstimmung aber nicht bindend, weil die Teilnahme bei der Abstimmung am Sonntag zu gering ausfiel. Das erforderliche Quorum von 20 Prozent aller Neckarsulmer Stimmberechtigten wurde mit 3728 Stimmen um 79 Stimmen verfehlt.

„Grenze des Wachstums erreicht“

Gleichwohl sprachen sich 57,4 Prozent der Abstimmenden gegen den Bau der umstrittenen, 42 Millionen Euro teuren neuen Anschlussstelle aus und unterstützten damit die Position von Grünen, Freien Wählern und einer Bürgerinitiative. Sie hatten im Vorfeld der Abstimmung davor gewarnt, dass durch den Bau der neuen Auffahrt wieder einmal dem Autoverkehr Vorfahrt eingeräumt und der Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel behindert werde. Die Grenze des Wachstums sei erreicht, hieß es. Die Stadtverwaltung und die Gemeinderatsmehrheit aus CDU, SPD, FDP und BIG sprachen sich hingegen für den Bau aus. Die neue Anschlussstelle könne die Stadt vom Verkehr entlasten.

Neckarsulm, wo Audi und die Schwarz-Gruppe ihren Sitz haben, hat 27 000 Einwohner, aber anderthalb Mal so viele Einpendler. Um das tägliche Verkehrschaos zu beheben soll die B 27 vierspurig ausgebaut werden. Im Zuge dessen war auch die zweite Auffahrt geplant worden. Jetzt kann der Gemeinderat erneut über das Projekt entscheiden.

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