Jürgen Kessing sagt zu seinem Urteil lediglich: „Privatsache.“ Foto: factum/Archiv

Das Amtsgericht verhängt eine Geldstrafe, der Führerschein bleib vorerst weg. Details werden keine bekannt. Nur, dass er weiter Präsident der Leichtathleten werden will, verrät das Bietigheim-Bissinger Stadtoberhaupt.

Bietigheim-Bissingen - Plötzlich ging alles ganz schnell: Einen Tag, nachdem die Alkoholfahrt des Bietigheimer Oberbürgermeisters Jürgen Kessing öffentlich bekannt geworden ist, wurde das Urteil gefällt. Das Amtsgericht in Besigheim hat eine „mehrmonatige Sperre“ für die Wiedererteilung des Führerscheins angeordnet sowie eine Geldstrafe „im unteren Bereich“ verhängt. Das Gericht folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Details zur exakten Dauer der Sperre sowie der Höhe der Geldstrafe nannten weder das Gericht noch die Staatsanwaltschaft. Auch Kessing äußerte sich nicht. „Privatsache“, sagte er lediglich. Die Staatsanwaltschaft betonte, dass es sich bei Kessings verhängnisvoller Fahrt um eine erstmalige folgenlose Trunkenheitsfahrt gehandelt habe, bei der die Alkoholkonzentration im Blut nur knapp über der Grenze der absoluten Fahruntüchtigkeit lag. Nach Informationen der „Heilbronner Stimme“ allerdings wird Kessings Führerschein acht Monate lang gesperrt sein. Dies berichtet die Nachrichtenagentur dpa.

Jürgen Kessing, SPD, war in der Nacht auf den 21. Juni auf dem Heimweg von einer geselligen Nachsitzung des Gemeinderats mit knapp mehr als 1,1 Promille Alkohol im Blut in eine Polizeikontrolle geraten. Ab einem Wert von 1,1 Promille ist das Fahren eines Autos strafbar, auch wenn der Fahrer keinen Unfall verursacht. Er bedauerte seinen Fehler, nachdem er bekannt geworden war – und stieß bei kommunalpolitischen Kollegen auf viel Verständnis.

An seinem Plan, der neue Präsident des Deutschen Leichtathletikverbands (DLV) zu werden, ändert sich nichts. Die Findungskommission des DLV, die ihn zum Nachfolger von Clemens Prokop ausgewählt hat, habe ihn gebeten, seine Kandidatur aufrechtzuerhalten, sagte der 60-Jährige der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Der Mediendirektor des Verbands hatte in einer ersten Reaktion zur Alkoholfahrt zunächst gesagt, so ein Verhalten könne man nicht so einfach abtun.

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