Sachbeschädigungen an Wahlplakaten hat es im laufenden Bundestagswahlkampf vielerorts gegeben. Foto: dpa

Vandalismus und Sachbeschädigungen an Wahlplakaten gibt es im Kreis Göppingen wenige Tage vor der Wahl. Auf AfD-Aufkleber reagieren die betroffenen Parteien mit Strafanzeigen.

Kreis Göppingen - Wahlplakate von Bundestagskandidaten der CDU, SPD, FDP, der Linken und der Grünen sind im Wahlkreis Göppingen offenbar mit Aufklebern überklebt worden, wie sie zum Teil im Fanshop der AfD zu haben sind. Andere Plakate wurden zerstört. Die Aufkleber sind so angebracht, dass sie die Augenpartie oder den Mund der Kandidaten verdecken. In ähnlich lautenden Mitteilungen geißeln die Kreisverbände der betroffenen Parteien die Sachbeschädigung als nicht vereinbar mit den Grundsätzen eines demokratischen Wettstreits und teilen mit, Anzeige gegen unbekannt zu erstatten.

Aufkleber gibt es auf der AfD-Fanshopseite

Die beigefügten Fotos zeigen Aufkleber auf den Kandidatenporträts mit dem Wortlaut „Ändern Sie die Politik!“ oder auch „Mut. Wahrheit. Deutschland.“. Bei den beiden Versionen handelt es sich um blaue Aufkleber mit dem AfD-Schriftzug „Alternative für Deutschland“. Solche Aufkleber werden im Internet auf der AfD-Fanshopseite zum Verkauf angeboten. Als Dienstanbieter dieser Seite ist die Berliner AfD-Bundesgeschäftsstelle verzeichnet. Auf Plakaten des CDU-Bewerbers Hermann Färber wurden außerdem Aufkleber angebracht mit dem Aufdruck „Merkel muss weg“.

In einer Stellungnahme von Färber und der CDU-Kreisvorsitzenden Nicole Razavi heißt es, mit Beklebungen und Zerstörungen sei die Grenze eines fairen Wahlkampfs überschritten. „Wer auf Sachbeschädigung setzt und Mund und Augen von anderen Kandidaten überklebt, hat keine Sachargumente“, kritisierte die Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens (SPD). Der AfD-Kreisvorsitzende Sandro Scheer sagte, er wisse nichts von der Klebeaktion und lehne sie ab. AfD-Sympathisanten sollten so ­etwas unterlassen. Auch die AfD sei von Vandalismus betroffen, so seien im Raum Uhingen und Ebersbach fast alle Plakate zerstört worden.

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