Erst wenn der Schotter unter den neuen Betonschwellen besser gepresst ist, gibt es weniger Lärm, wenn Züge auf dem Gleis an der Schwarzbachstraße vorbeifahren. Foto: Götz Schultheiss

Noch leiden die Anwohner in Stuttgart-Rohr unter lautem Zuglärm. Erst wenn der Schotter unter den neuen Schwellen stärker gepresst ist, wird es laut Bahn besser. Das kann aber noch eine Weile dauern.

Rohr - Immer wieder beklagen sich Anwohner über mehr Lärm, wenn die Bahn neue Schienen und Schwellen verlegt hat. Dies war jüngst in Rohr an der Schwarzbachstraße der Fall. Dort war die Bahn im August mit Gleisarbeiten zugange. Einer der Anwohner beklagte sich auch im Namen seiner Nachbarn über den Lärm beim Verlegen der neuen Gleise, danach empfand eine Anwohnerin, eine Leserin unserer Zeitung, die vorbeifahrenden Züge deutlich lauter als vorher.

Haben die Anwohner Recht? Ist es dort jetzt tatsächlich lauter, wenn Züge vorbeifahren? Ein Sprecher der Bahn sagt ja, es sei jetzt dort schon ein wenig lauter, aber dieses Etwas mehr an Lärm gebe es nur vorübergehend.

Die Gleise, sagt der Bahnsprecher, lägen auf Schotter: „Im Laufe der Zeit werden die Ecken und Kanten des Schotters rund, sodass der Unterbau seine Stabilität verliert. Deshalb wird vor dem Verlegen neuer Schienen und Schwellen auch der Schotter erneuert.“ Danach, sagt er, gebe es „mehrmonatige Nachläufe“, bei denen der neue Schotter verdichtet werde. Dies geschehe nicht von oben nach unten, sondern von außen nach innen. „Wenn dies fertig ist, gehen wir davon aus, dass die Anwohner den Schall wieder leiser empfinden“, sagt der Sprecher. Allerdings könne bis dahin durchaus ein halbes Jahr ins Land gehen. Übrigens werde nicht immer neuer Schotter verlegt, bisweilen werde der alte gereinigt, neu aufbereitet und dann wieder verlegt.

Betonschwellen sind laut Bahn lauter als Holzschwellen, aber unter der Drei-Dezibel-Grenze

Außerdem seien in Rohr Holzschwellen durch Betonschwellen ersetzt worden. „Betonschwellen sind schalltechnisch etwas ungünstiger als Holzschwellen, aber der Unterschied liegt unterhalb der Drei-Dezibel-Schwelle, also unterhalb des für das menschliche Ohr Wahrnehmbaren“, erläutert der Bahnsprecher. Deshalb gehe die Bahn davon aus, dass der Lärm, den neuen Betonschwellen zum Trotz, nach der Nachverdichtung des Schotters nicht lauter sei als vor den Gleisarbeiten.

Weil der Schotter bis dahin aber noch nicht so dicht sei, sorgten Schwingungen der Gleise für mehr Lärm. „Diese Schwingungen sind aber nicht gefährlich, die Gefahr, dass der Schotterunterbau absackt, besteht nicht“, sagt der Bahnsprecher. Die Nachverdichtung diene nur dazu, dass sich die Ecken der einzelnen Brocken besser verkanten.

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