Ein paar Werke aus der Gurlitt-Sammlung hätten Ulrike Groos schon gut gefallen fürs Kunstmuseum. Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie. Foto: Max Kovalenko

Auf in die nächste Runde! Nach dem ermutigenden Start des Stadt-Schreibtisches im Buchhaus Wittwer am vergangenen Wochenende geht der Dialog zwischen prominenten Gästen, Lesern unserer Zeitung und Kunden in dem Traditionsbuchhaus am Schlossplatz nun weiter.

Auf in die nächste Runde! Nach dem ermutigenden Start des Stadt-Schreibtisches im Buchhaus Wittwer am vergangenen Wochenende geht der Dialog zwischen prominenten Gästen, Lesern unserer Zeitung und Kunden in dem Traditionsbuchhaus am Schlossplatz nun weiter.

Stuttgart - StN-Kulturchef Nikolai B. Forstbauer moderierte die Veranstaltung wie gewohnt. Gewohnt souverän. Denn bei ihm ist es Standard, in seinen Gesprächen einen Spagat zwischen Unterhaltung und Information hinzulegen. Angesichts seiner Gäste und deren Themen ist das nicht selbstverständlich. Alles drehte sich um die Kunst.

Und wer könnte darüber besser reden, als die Nachbarin von Wittwer: Ulrike Groos, die Direktorin des Kunst­museums. Ihr Haus hat bereits ein international hohes Ansehen. Aber kürzlich ertappte sie sich bei dem Gedankenspiel: „Was wäre wenn?“. Was wäre wenn der kürzlich verstorbene Sammler Rolf Nikolaus Cornelius Gurlitt seinen Kunstschatz nicht dem Museum in Bern, sondern Stuttgart vermacht hätte?

„Ja, ich muss es zugeben“, seufzte Groos, „ein paar Werke aus der Gurlitt-Sammlung hätte ich gerne gehabt, aber andererseits wäre auch eine Menge Arbeit auf uns zu gekommen.“ Über genügend Arbeit kann sie sich nicht beklagen. Neben ihrem eigentlichen Job als Direktorin, tourt sie als Reiseleiterin mit dem Freundeskreis des Museums um die Welt, sammelt Geld fürs Kunstmuseum oder streift als Netzwerkerin durch die Stadt. Groos: „Es reicht längst nicht, einfach nur schöne Kunst an die Wand zu hängen.“ 

Eine perfekte Überleitung zum nächsten Gast. Dem Kunstsammler und Hautarzt Fabian Braun reicht das natürlich auch nicht. Aber er macht es trotzdem. In seiner Praxis in der Calwer Straße, die er gemeinsam mit Ralf Merkert führt, wird Kunst groß geschrieben. Neben der Heilkunst der Doktoren auch die der Künstler Rosalie und Nikolaus Koliusis. Warum Braun das macht? „Kunst schafft es, die spaßfreie Zone einer Praxis aufzulockern.“ Zudem kommt man so leichter mit den Patienten in einen Dialog. 

Immer im Gespräch bleiben

Immer im Gespräch bleiben. Ein Motto, das auch der StN-Kulturchef beherzigt. Fast ohne Pause interviewte er die nächsten Gäste: Nikolaus Koliusis, ein international agierender Objektkünstler. Und Stefan Nägele, Stuttgarter Anwalt sowie Initiator des jüngsten Projektes von Koliusis. Gemeint ist der Raum zur Stille und Andacht im neuen Stuttgarter Klinikum. Geplant wurde er als Rückzugsmöglichkeit. Doch das könnte sich bald ändern.

Gut möglich, dass dieser Raum, dessen Vorlage im Kaiserpalast von Tokio zu finden ist, bald zu einer Attraktion im Klinikum wird. „Er ist umwerfend, traumhaft schön“, schwärmt Nägele, „es ist eine Einkehr im eigentlichen Sinn. Man kommt anders raus, als man rein gegangen ist.“ 

Das werden auch die Wittwer-Kunden nach ihrem Besuch am Freitag auch sagen. Nicht nur wegen der beiden Autoren Albrecht Rittman und Wolfgang Chur, die ihr Buch „Der Landgasthof“ (Bechtle-Verlag) vorstellten. Der Band zeigt 58 Orte zwischen Neckar-Tauber und Bodensee, Ortenau und Allgäu – vor allem deren kulinarische Höhepunkte. „Wir haben uns insgesamt 500 Gasthöfe angeschaut und sind in zweieinhalb Jahren etwa 11 000 Kilometer gefahren“, sagt Rittmann.

Bei Pangasius-Filet machen die Gasthofer-Tester kehrt

Oft senkten die beiden Gasthof-Tester den Daumen nach unten. „Wenn auf der Karte Pangasius-Filet stand, sind wir erst gar nicht reingegangen. Gab es aber Hirnsuppe, haben wir uns den Gasthof näher angeschaut“, sagt Chur. Zwei Tipps ließen sich die Gastro-Experten auch noch entlocken: Den Gasthof Hirsch in Strümpfelbach und das Lamm in Schlat/Göppingen. 

Beide Gasthäuser sind angeblich paradiesische Orte für Genießer. Aber wo liegt der wahre Paradies? „In unseren Vorstellungen“, sagt Magdalen Hayes fantasievoll. Aber sie wird auch konkret und gibt die genauen Koordinaten durch: „Zum Beispiel im Weißenburgpark.“ Sie muss es wissen. Schließlich hat die neue Geschäftsführerin der Kulturregion den „Garten Eden“ in den Mittelpunkt einer Veranstaltungsreihe gestellt, bei dem 30 Städte in der Region mitmachen

Weit mehr als 30 Neugierige scharten sich am Ende um Friedemann Vogel. Der Erste Solist des Stuttgarter Balletts zieht - die Menschen an und in seinen Bann. Das Geheimnis dieser Anziehungskraft liege darin, dass „Ballett-Tänzer ihre Gefühle mit dem Köper ausdrücken“. Mit dieser Präsenz füllte er mühelos die Kunstbuch-Abteilung. Seine Profession ist dagegen alles andere leicht: „Ballett ist harte Arbeit. Man muss jeden Tag alles geben und neu anfangen.“

Aber Könner meistern solche Situationen gewohnt souverän.

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