Elke aus dem Moore lenkt die Akademie Schloss Solitude seit Mai 2018 Foto: Bernhard Kahrmann

Näher dran an wichtigen Persönlichkeiten der Kunstszene – Die „Stuttgarter Nachrichten“ machen es möglich. Gast der Reihe „Über Kunst“ ist am 11. Oktober Elke aus dem Moore, neue Direktorin der Akademie Solitude.

Stuttgart - Laute Töne kennt man von Elke aus dem Moore, neue Direktorin der Akademie Schloss Solitude, nicht. Das war schon so, als sie von 2003 an – nach ihrer internationalen Zeit als Kuratorin aktueller Ausstellungsprojekte – als künstlerische Leiterin das Programm im Künstlerhaus Stuttgart verantwortete. Von außen kommend, überraschte aus dem Moore wohl am meisten mit einer intensiven Aufarbeitung des Künstlerhaus-Archivs.

Kritische Fragen als Programm

Die Frage, warum eine künstlerische ­Einrichtung arbeitet, wie sie arbeitet, beschäftigt Elke aus dem Moore seitdem immer wieder. Wie entstehen Programme? Wie entsteht tatsächliche oder auch nur erlebte beziehungsweise geglaubte Identität? Lassen sich (Programm-)Linien halten, oder ist dies ein allzu selten erreichtes Ideal?

Ohne Diskussion ist die Präsenation unvollständig

Wiederholt haben sich die Positionen (und damit auch die Blickwinkel) von Elke aus dem Moore geändert, die Fragen blieben. Auch die Fragen an aus dem Moore. Kann man in der Erforschung von Einrichtungen künstlerischer Arbeit solche Einrichtungen zugleich lenken? Auch damit waren und sind Erwartungen verbunden. Dabei verstand doch Elke aus dem Moore nie schon die Diskussion über die künstlerische Produktion als eben solche. Ohne die Diskussion aber, das machte und macht sie deutlich, ist die Präsentation von Kunst unvollständig.

Nachfolgerin von Jean-Baptiste Joly

Im Mai dieses Jahres hat sie ihr neues Amt angetreten – als Nachfolgerin des Gründungsdirektors Jean-Baptiste Joly ist sie Direktorin der Akademie Schloss Solitude, weltweit eine der wichtigsten Bühnen der Künstlerförderung überhaupt.

Elke aus dem Moore? Über internationale Vernetzungen wird in allen Feldern der Kunst gerne diskutiert – für aus dem Moore war und ist sie Programm. Nicht weniger die disziplinübergreifende Arbeit. Ob 2017 für das Team der Weltkunstausstellung Documenta 14 in Kassel oder „Prêt-à-partager“, eine mit Projekten in verschiedenen afrikanischen Staaten verbundene Plattform zu Kunst, Mode und Urbanität – immer setzt Elke aus dem Moore darauf, Forschung und Kunst zu verbinden.

Was Kunst kann

„Kunst“, sagt aus dem Moore, „besitzt das Potenzial, jenseits von ökonomischer ­Verwertbarkeit in die Zukunft zu denken und Impulse zu geben für gesellschaftliche Veränderungsprozesse.“ Und: „Genau ­dieses Potenzial möchte ich aufgreifen und die Akademie Schloss Solitude zu einer ­neuen Bildungseinrichtung machen, die – jenseits der formalen Bildungssysteme – Kunst und Gesellschaft stärker miteinander verbindet.“

1965 geboren, studierte Elke aus dem Moore Literatur- und Kunstwissenschaften in Osnabrück, Zürich und Bochum und war 1999 bis 2002 als Kuratorin für zeitgenössische Kunst an der Shedhalle Zürich tätig. Als Leiterin des Künstlerhauses Stuttgart verantwortete sie von 2003 bis 2006 das internationale Ausstellungsprogramm. ­Des Weiteren ist sie Initiatorin und Mitgründerin des Online-Magazins „Contemporary and“ (C&) sowie der International Biennial Association (IBA). Auf die große Bühne kam sie mit der Berufung zur Leiterin der ­Abteilung Kunst des Instituts für Auslandsbeziehungen. In der Bundeseinrichtung mit Sitz in Stuttgart war sie verantwortlich für die inhaltliche Ausrichtung des internationalen Ausstellungsprogramms. Und wieder überraschte aus dem Moore – mit einem weit ausgreifenden Interesse an der Durchdringung künstlerischer Produktion an sozialen und politischen Aspekten.

„Über Kunst“-Abend am 11. Oktober in der Staatsgalerie

Ist da der Schritt zur Leitung der Akademie Schloss Solitude nicht folgerichtig? Und wenn ja – mit welchen Mitteln und auf welchen Wegen lassen sich diese Interessen in reale Projekte überführen? Über diese und andere Fragen sprechen wir mit Elke aus dem Moore am Donnerstag, 11. Oktober. Der Abend im Rahmen der Gesprächsreihe „Über Kunst“ unserer Zeitung findet im Vortragssaal der Staatsgalerie Stuttgart statt. Beginn ist um 19.30 Uhr.

Dialogbühne Solitude

Die Akademie Schloss Solitude ermöglicht Kulturproduzenten aus nahezu allen Bereichen und aus aller Welt einen mehrmonatigen Aufenthalt. Ziel ist dabei der intensive Austausch der Stipendiatinnen und ­Stipendiaten – offenbar mit Erfolg. Schon legendär ist der intensive Kontakt aller, die Zeit in der Akademie verbringen konnten.

In die Stadtgesellschaft wirken

Nun also lenkt die Netzwerkerin Elke aus dem Moore, während ihrer Ifa-Tätigkeit ­intensiv auch an der Konzeption für die künftige Nutzung des Kunstgebäudes am Schlossplatz in Stuttgart beteiligt, die durch das Land Baden-Württemberg getragene Akademie Schloss Solitude. „Mein Hauptanliegen“, sagte sie bei ihrem Antritt ­unserer Zeitung, „ist die Öffnung und ­Erweiterung. Es ist eine absolute Priorität, dass die Künstlerinnen, Künstler und Wissenschaftler in Ruhe arbeiten können, darüber hinaus sehe ich ein großes Potenzial darin, mit diesem Wissen, der künstlerischen ­Produktion und Forschung stärker in die Gesellschaft zu gehen.“

Stets war Elke aus dem Moore international aktiv, nahezu ständig unterwegs. Wie hält sie dies künftig? „In der internationalen Kulturarbeit“, sagte aus dem Moore im Mai, „sind Reisen nicht wegzudenken. Allerdings bin ich auch sehr froh, dass das Reisen ­weniger wird und die Welt sozusagen zu uns, zu mir kommt.“

So können Sie dabei sein

Viel wird über das Verhältnis von Kunst und Gesellschaft diskutiert. Unsere Zeitung bietet hierzu unter dem Titel „Über Kunst“ eine eigene Gesprächsreihe an. Nächster Gast ist am Donnerstag, 11. Oktober, Elke aus dem Moore, die neue Direktorin der internationalen Fördereinrichtung Akademie Schloss Solitude in Stuttgart.

„Über Kunst“ mit Elke aus dem Moore findet statt im Vortragssaal der Staatsgalerie Stuttgart (Stirlingbau). Beginn ist um 19.30 Uhr.

Die Teilnahme ist kostenlos. 150 Leserinnen und Leser unserer Zeitung können dabei sein.

Ihre Anmeldung nehmen wir gerne entgegen. Wenn Sie dabei sein möchten, melden Sie sich bitte mit Ihrem Namen und Ihrer E-Mail-Adresse unter www.stn.de/ortstermin an.

Informationen zum Datenschutz finden Sie unter www.stn.de/datenschutz.

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