StN-Titelseite vom 24. Juni 2004. Foto: StN/Screenshot

Zumindest sportlich sah es schon einmal schlechter aus als 2024: Heute steht das DFB-Team im EM-Achtelfinale, 2004 gab es ein Vorrunden-Aus. Historische StN über Fußball, den Standort Deutschland, die Firma Stihl und Mineralwasser für ein Jugendstilbad.

Exakt am 24. Juni vor 20 Jahren musste DFB-Teamchef Rudi Völler nach dem enttäuschenden Vorrunden-Aus bei der EM in Portugal seinen Rücktritt erklären. 1:2 gegen Tschechien, so das miese Ergebnis, mit dem die StN damals ihre Titelseite aufmachten. Nur zwei Tore im ganzen Turnier mit Unentschieden gegen die Niederlande und Lettland – nach der Vizeweltmeisterschaft 2002 knapp hinter Brasilien hätte man sich von der EM 2004 wirklich mehr versprochen.

 

Anders als heute blieb dem DFB-Team 2004 das Achtelfinale verwehrt. Auf Völler sollten Jürgen Klinsmann und das „Sommermärchen“ bei der Heim-WM 2006 folgen.

Trauriger Rudi Völler 2004. Foto: StN/Screenshot

Was ist 2004 sonst noch passiert? Unter anderem gab es eine Panne bei der Europawahl, als in Baden-Württemberg irrtümlich Stimmzettel in den Umschlägen für die Kommunalwahl gelandet waren. Am Endergebnis änderte sich wenig, aber im Unterschied zu damals würden Verschwörungstheoretiker daraus heute wahrscheinlich Gerüchte über „Wahlfälschung“ münzen. Die Debatte über Möglichkeiten zur Vereinfachung der Kommunalwahl mit ihrem komplizierten Abstimmungsmodus im Ländle hält allerdings bis heute an.

Wahlpanne 2004. Foto: StN/Screenshot

Mineralwasser für Esslingen. Foto: StN/Screenshot

Lokal machte im Juni 2004 das Mineralwasser für das Merkelsche Bad in Esslingen Schlagzeilen. Bohrungen wurden für technisch machbar erklärt und in der Tat wenig später realisiert. Bei Renovierungsarbeiten wurden 2006 nicht nur die Jugendstil-Elemente in ihrem ursprünglichen Originalzustand sichtbar gemacht, auch das auf 34 Grad erwärmte Mineralwasser erfreute seitdem die Besucher. Allerdings ist das Merkelsche Bad derzeit wegen erneuter Renovierungsarbeiten noch bis ins Jahr 2025 hinein geschlossen.

Merkelsches Bad nach der letzten Renovierung im Jahr 2006. Foto: StN/Rudel

Setzt Stihl auch künftig weiter auf Deutschland? Foto: StN/Screenshot

Was die regionale Wirtschaft betrifft, so weihte Bundeskanzler Gerhard Schröder im Juni 2004 bei Stihl im Rems-Murr-Kreis das neue Entwicklungszentrum ein. „Ein Unternehmen, das 87 Prozent seiner Produkte im Ausland absetzt, kann auch in Deutschland ansässig sein“, so der Ex-Kanzler. Mittlerweile ist das nicht mehr ganz so sicher. „Selbst die Schweiz ist günstiger als Deutschland“, sagte Unternehmer Nikolas Stihl im Dezember 2023 in StZ und StN.

Geschimpft wird zwar weiter, doch Stihl hat konkrete Abwanderungspläne Richtung Schweiz inzwischen wieder zurückgestellt. Und sollte es Deutschland bei der Heim-EM weiter als bis ins Achtelfinale bringen, könnte der Standort vielleicht zumindest psychologisch etwas Aufwind bekommen. Immerhin belebt das Turnier bereits die stagnierende Wirtschaft. Einige Zehntel BIP-Wachstum soll es laut Ökonomen bringen und verhindert damit womöglich eine andauernde Rezession.