Bundesweit wollen die Fans von 30. November bis 3. Dezember in den Stadien protestieren. Auch die VfB-Fans sind dabei. Foto: Pressefoto Baumann

Am 13. Bundesliga-Spieltag wird es eine bundesweite Protestaktion geben, die sich vornehmlich gegen Montagsspiele richtet. Auch die organisierten Fangruppen des VfB Stuttgart beteiligen sich.

Stuttgart - Die Situation ist verfahren. Seit Jahren dreht sich eine Spirale der Entfremdung im Volkssport Fußball immer schneller – und seit Jahren werden die Stimmen derer lauter, die dagegen protestieren. Miteinander wurde zwar auch einmal gesprochen, wirklich greifbare Ergebnisse kamen durch die beiden „Fan-Gipfel“ von DFB und DFL mit den organisierten Fangruppen aus der Republik aber nicht zustande.

Fans protestieren gegen Montagsspiele und englische Wochen

Die fortschreitende Kommerzialisierung des Fußballs, der Erhalt der 50+1-Regel, fanunfreundliche Anstoßzeiten, Kollektivstrafen, Montagsspiele oder auch eher kleinteilige Diskussionen wie die um eine einheitliche Regelung bezüglich der Freigabe von Fanmaterialien – die Liste der Punkte, in denen die organisierten Fans in Deutschland gern Verbesserungen erreichen würden, ist so lang wie unerreicht.

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Um ihrem Protest gegen die englischen Wochen und die Montagsspiele weiter Ausdruck zu verleihen, haben sich nun viele Fanszenen in Deutschland auf das Wochenende vom 30. November bis 3. Dezember verständigt, um gemeinsam auf Missstände aufmerksam zu machen. „Zurück zum Wochenende, ohne Montagsspiele und ohne englische Wochen“ lautet die zentrale Forderung. In vielen Stadien wird es daher zumindest über weite Strecken in den ersten 45 Minuten der Spiele keinen organisierten Support geben. Denn die „stille Form des Protests ist die lauteste, die uns zur Verfügung steht“, wie es in einer Erklärung der Fans weiter heißt.

Abschaffung der Montagsspiele ein kleiner Teilerfolg

Auch die Fangruppen des VfB Stuttgart werden sich beteiligen. Die Gruppen Commando Cannstatt, Schwabensturm 02 und Schwaben Kompanie Stuttgart gehören traditionell zu den lautesten, wenn es darum geht, auf Missstände aufmerksam zu machen. Bereits vor Jahren hatten diese Gruppen das Thema Montagsspiele weit oben auf ihrer Agenda.

Unabhängig vom jetzigen Teilerfolg, dass sich die Bundesliga-Clubs geschlossen für eine Abschaffung von Montagsspielen ab der Saison 2021/22 ausgesprochen haben und die DFL den Beschluss bereits bestätigte wird man beim Spiel gegen den FC Augsburg auf die Unterstützung aus der Kurve verzichten – zumindest, bis die zweite Halbzeit angepfiffen wird. „Ich finde das unglücklich, dass es bei unserem Heimspiel passiert. Die Startphase einer Partie ist einfach entscheidend und wenn die Fans dann still sind, dann schwächt das eine Mannschaft“, sagt VfB-Trainer Markus Weinzierl, der aber auch Verständnis zeigt: „Ich kann die Fans irgendwo nachvollziehen“, lautet sein abschließendes Fazit zu den Protesten.

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