Der VfB Stuttgart scheiterte in Osnabrück wieder einmal an seiner unzureichenden Chancenverwertung. Foto: Pressefoto Baumann/Julia Rahn

Der VfB verliert gegen den nächsten Underdog und hat nun vier der letzten fünf Ligaspiele verloren. Wir haben die Stimmen der beteiligten Akteure zur Partie gesammelt.

Osnabrück - „Und Ihr wollt Erste Liga spielen?“, schallte es dem VfB höhnisch aus tausenden Kehlen nach Abpfiff an der Bremer Brücke entgegen – und der hochveranlagte VfB-Kader hatte in den 90 Minuten zuvor viel dafür getan, sich diesen Spott zu verdienen. Völlig feldüberlegen ließ die Walter-Truppe gegen einen engagiert fightenden Aufsteiger Chance um Chance liegen, am Ende reichte es für die Osnabrücker für den knappen 1:0-Sieg.

Der VfB hat damit vier der letzten fünf Ligaspiele verloren und muss nun in der Länderspielpause schauen, wie er wieder in die Spur findet, um die ambitionierten Ziele erreichen zu können.

Wir haben die Stimmen der beteiligten Akteure zur Partie gesammelt.

VfL-Trainer Daniel Thioune: „Wir waren frech, waren mutig, konnten den VfB immer wieder stressen. Auch wenn klar war, dass man einen Gegner mit dieser Qualität nicht komplett beherrschen kann. Wir haben uns den Sieg durch unsere harte Arbeit verdient – und wir hatten einen sehr guten Torwart. Und wenn man so leidenschaftlich verteidigt, dann hat man am Ende nicht unverdient gewonnen.“

VfB-Trainer Tim Walter: „Wir wussten genau, was auf uns zukommt. Aber wir haben das in der ersten Halbzeit überhaupt nicht angenommen. Obwohl ich den Jungs gesagt habe, was hier auf sie wartet. Aber der eine oder andere hat das wohl nicht so angenommen. Wie so oft momentan ist es unser Laster, dass wir die Tore nicht machen – und so haben wir das Spiel zu Recht verloren.“

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VfB-Spieler Philipp Klement: „Das frühe Gegentor hat dem Gegner in die Karten gespielt. Osnabrück hat sich dann noch tiefer hinten reingestellt. Uns hat es heute ein Stück weit gefehlt, uns gegen die eklige Spielweise des Gegners zu wehren. Die Torchancen waren wieder da, schlimmer wäre es, wenn wir hier überhaupt keine Torchance gehabt hätten. Dass wir sie nicht nutzen, ist womöglich eher ein Kopf- und kein Qualitätsproblem.“

VfB-Keeper Gregor Kobel: „Wenn man so viele Chancen liegen lässt, kommt man natürlich ins Grübeln. Man hat das Gefühl, dass uns im Abschluss immer die letzten ein oder zwei Prozent fehlen. Wir müssen ehrlich mit uns selbst sein, dürfen uns aber auch nicht verrückt machen lassen.“

VfB-Sportchef Sven Mislintat: „Wir kommen sechsmal frei vorm Tor zum Abschluss, da musst du einfach mal einen reinschießen. Ich kann den Ohrwurm von den vergebenen Chancen bald nicht mehr hören. Das hat aber nichts mit der Qualität der Jungs zu tun, wir haben einfach die Seuche am Fuß.“

VfB-Spieler Gonzalo Castro: „Wir haben wieder klare Chancen, auch um in Führung zu gehen. Aber wir nutzen sie nicht. Und dann läufst du in Rückstand permanent gegen die Zeit an, versuchst und versuchst, kommst weiter zu Chancen – und nutzt sie wieder nicht. So stehen wir erneut da und haben die gleichen Themen wie schon zuletzt. Wenn wir wüssten, woran es liegt, würden wir es abstellen. Wir wissen, was wir können – aber wenn du verlierst, bringt das alles nichts. Jetzt müssen wir die zwei Wochen nutzen, um uns die Effizienz, die wir schon einmal hatten, zurückzuholen.“

Wir haben die eingesetzten VfB-Spieler, die mindestens 15 Minuten auf dem Feld standen, in der Einzelkritik bewertet. Sie finden die „Noten für die“ Roten hier. Wenn auch Sie die VfB-Spieler bewerten wollen, können Sie dies hier tun. Die besten Bilder zur Partie sehen Sie in der Bildergalerie.

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