Riesenjubel bei Kickers-Coach Mustafa Ünal Foto: Pressefoto Baumann/Julia Rahn

Die Stuttgarter Kickers haben durch den 1:0-Heimsieg gegen den SGV Freiberg den Drittliga-Aufstieg am letzten Spieltag in den eigenen Beinen. Wir haben die Stimmen der Beteiligten.

Stuttgarter Kickers oder VfB Stuttgart II. Eines der beiden Teams wird am letzten Spieltag am 18. Mai (14 Uhr) in die dritte Liga aufsteigen. „Das zeigt wie stark der Stuttgarter Fußball ist“, sagt Kickers-Sportdirektor Marc Stein. Wir haben noch mehr Stimmen nach dem 1:0 der Blauen gegen den SGV Freiberg.

 

Mustafa Ünal (Kickers-Trainer): „Wir wollten genau so spielen, mit viel Intensität und Power. Die Zuschauer waren schon beim Warmmachen voll da – Wahnsinn, was sie abgezogen haben. Da war es für uns nicht schwer, auf dem Feld eine solche Energieleistung abzurufen. Wir haben uns das komplette Spiel über voll an unseren Plan gehalten. Alle haben zum Erfolg beigetragen. Auch unser Kapitän Kevin Dicklhuber hat von draußen gepusht, war auch in der Kabine voll dabei, von daher hat er seinen Anteil, egal ob auf dem Feld oder außerhalb. Jetzt sind wir alle sehr stolz, dass wir so ein großes Spiel in Homburg haben und nirgendwo anders hinschauen müssen. Wir können aus eigener Kraft Großartiges erreichen. Mit Blick auf Homburg macht mich unser heutiges Spiel optimistisch, denn das war genauso eine Nervenfrage. Dem haben wir standgehalten. Das gibt uns Mut, Kraft und Zuversicht.“

Roland Seitz (SGV-Trainer): „Das war ein schöner Rahmen, eine super Atmosphäre. Für mich war es insgesamt kein gutes Spiel von beiden Seiten, es lebte aber von der Spannung, Brisanz und der Stimmung. Ein neutraler Zuschauer hat gesehen, dass es für die Spieler mit dem blauen Trikot heute um etwas ging, für die im schwarzen Trikot nicht. Und deshalb hat auch die Mannschaft mit den blauen Trikots gewonnen. Sie waren aggressiver, sie waren bissiger, sie wollten den Sieg und von daher ist der Sieg auch verdient. Am letzten Spieltag passieren oft die verrücktesten Sachen. Der Jackpot liegt jetzt bei den Kickers, da können die anderen spielen, wie sie wollen, da spielt es auch keine Rolle, ob Hoffenheim II beim VfB II Lust hat oder nicht.“

Rainer Lorz (Kickers-Präsident): „Wir haben es am letzten Spieltag in der eigenen Hand, wenn uns das vor der Saison jemand gesagt hätte, hätte ich zehn Kreuze gemacht. Wir haben uns dieses Finale hart erarbeitet. Eine gewisse Anspannung ist da, aber die Vorfreude überwiegt bei Weitem.“

Marc Stein (Kickers-Sportdirektor): „Wir haben eine enorme Intensität auf den Platz gebracht. Jeder ist für den anderen durchs Feuer gegangen. Ich fand uns nach der Pause sehr souverän, so cool müssen wir auch in Homburg bleiben. Kalajdzic und Braig arbeiten gut füreinander, sie sind unterschiedliche Stürmertypen und ergänzen sich sehr gut. Dass es nun zwischen uns und dem VfB II um den Aufstieg geht, zeigt, wie stark der Stuttgarter Fußball ist. Wobei es beim VfB primär um die Entwicklung der Toptalente geht und wir als Verein alles dafür tun, da hinzukommen, wo wir hingehören.“

„Das wird reine Nervensache“

David Pisot (Verteidiger des SGV Freiberg): „Das war nicht unser bestes Spiel. Die Kickers haben das, was sie können, gut gemacht und sind auf die zweiten Bälle gegangen. Die Kulisse war natürlich fantastisch, so macht Fußball Spaß. Die Kickers sind ein großartiger Verein, ich würde ihnen den Aufstieg gönnen. Ihr letztes Spiel beim FC 08 Homburg ist allerdings nicht besonders dankbar. Das wird für sie eine reine Nervensache.“

Marco Kehl-Gomez (Kapitän des SGV Freiberg): „Wir haben unser Spiel heute nicht auf den Platz bekommen. Das ist nicht der Fußball, den wir uns vorstellen.“

David Kammerbauer (Kickers-Verteidiger): „Es gibt nichts Schöneres, wir können den Aufstieg jetzt aus eigener Kraft ziehen, das würde einen umso mehr freuen. Das war heute ein Sieg der Leidenschaft. Mit diesem Willen gewinnen wir auch in Homburg.“

„Geduld zahlt sich aus“

Daniel Kalajdzic (Kickers-Torschütze): „Ich kann meine Gefühlswelt gar nicht beschreiben. Ich bin unglaublich glücklich über den Sieg und die grandiose Unterstützung unserer Fans. Ich habe mich sehr über den Startelfeinsatz gefreut, ich bin immer geduldig geblieben, das zahlt sich aus. Wir müssen uns jetzt nur auf uns konzentrieren und werden am letzten Spieltag noch einmal alles raushauen.“

Paul Polauke (Kickers-Verteidiger): „Ich wollte positive Emotionen auf den Platz bringen, das ist mir gelungen und ich bin froh, dass auch die Null hinten steht. Wir sind fußballerisch nicht unbedingt die Besten, aber wir stehen zusammen und sind ein verschworener Haufen. So haben wir auch dem Druck standgehalten, Hoffenheim II nicht. Und wir werden dem Druck auch in Homburg standhalten.“

„Jeder war für den anderen da“

Nico Blank (Kickers-Mittelfeldspieler): „Ich bin so was von positiv gestimmt nach diesem Spiel. Wir haben unser wahres Gesicht gezeigt. Jeder war für den anderen da. Wir haben klare Sachen gespielt, sind wenig Risiko eingegangen und haben den Sieg dreckig, aber verdient eingefahren. Für die Nerven ist das in Homburg jetzt vielleicht nicht so gut, aber ich bin es mit Kickers ja gewohnt. So ein Herzschlagfinale ist doch viel schöner, als wenn wir um die Goldene Ananas spielen müssten.“

Regionalliga

Tabellenspitze
1. Stuttgarter Kickers 63 Punkte, plus 29 Tore, 2. VfB Stuttgart 62 Punkte, plus 26 Tore, 3. TSG 1899 Hoffenheim II 59 Punkte, plus 37 Tore.