Die Stiftungsgründer füllen das Kirchenschiff, mehr als 200 000 Euro den Stiftungsstock. Foto: Gottfried Stoppel

Die Stiftung für die Kirche St. Bernhard ist am Freitag offiziell gegründet worden. Das Ziel, bis Jahresende 100 000 Euro zu sammeln, ist bei weitem übertroffen worden.

Winnenden - Der Pfarrer Reimar Krauß hat die Gäste der Gründungsfeier mit sichtlicher Freude begrüßt: „Sie sind alle die Prominenten heute!“ Am Freitagnachmittag ist in der vollbesetzten Kirche St. Bernhard in Winnenden die Stiftung für das Gotteshaus offiziell gegründet worden. 240 200 Euro hat diese in knapp sieben Monaten zusammengetragen, ein Betrag, den die sieben Stiftungsinitiatoren nicht erwartet hatten.

„Wenn wir 100 000 Euro erreichen, kann die Stiftung ins Leben gerufen werden“, erläuterte Roland Dörr den ursprünglichen Plan. Der frühere Kulturamtsleiter der Stadt und Angehörige des Organisationsteams erinnerte nicht nur an die bisherige Arbeit, er verlas auch die Stiftungsurkunde – ein Akt, der bei einer Stiftungsgründung notwendig ist.

„Sie werden sich jetzt fragen, woher der Ertrag einer Stiftung in unserer Niedrigzinszeit kommen mag“, sagte Helmut Liebs, der bei der Landeskirche zuständige Pfarrer für Stiftungen und Fundraising. Die Antwort sei einfach: Dieser werde zusammen mit vielen anderen Stiftungen erwirtschaftet. „Im Jahr 2016 waren das 2,4 Prozent Rendite. Auf meinem Sparbüchle schaffe ich das nicht“, verriet Liebs.

Der Dekan Timmo Hertneck bezeichnete die Gründungsstifter als Pioniere und gleichzeitig Erneuerer einer alten Tradition. „Diese haben wir wegen der Kirchensteuer vergessen, die bis zur Jahrtausendwende reichlich sprudelte.“ Und der Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth erinnerte nochmals daran, dass sich auch die Stadt finanziell an der Sanierung und Umgestaltung der Kirche beteiligen werde.

„Die Stadtkirche bleibt Kirche, aber mit neuem Konzept als offene Kirche“, beschrieb Pfarrer Krauß die Pläne im April. Das Schiff kann zu Andachten und Gottesdiensten genutzt werden, eine variable Bühne bietet die Möglichkeit zu kulturellen Aufführungen. Die Andachten, die immer donnerstags angeboten werden, sind bereits auf sehr große Resonanz gestoßen.

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