Auch Deos ohne den schweißhemmenden Wirkstoff Aluminium machen einen guten Job – und das schon für wenig Geld. Wir geben Tipps, worauf Verbraucher beim Kauf achten sollten.
Stuttgart - Auch Deos ohne den schweißhemmenden Wirkstoff Aluminium machen einen guten Job – und das schon für wenig Geld. Wir geben Tipps, worauf Verbraucher beim Kauf achten sollten.
Was sollte ein Deo leisten?
Die Stiftung Warentest hat 21 Produkte getestet, darunter 14 reine Deodorants, sechs Schweißhemmer – sogenannte Antitranspirantien – sowie ein Medizinprodukt. Während ein Deo nur vor unangenehmen Gerüchen schützen soll, mindern die Antitranspirantien zusätzlich den Schweißfluss in der Achsel, indem die darin enthaltenen Aluminiumsalze die Ausgänge der Schweißkanäle vorübergehend verschließen.
Welches Deo hat versagt?
Komplett durchgefallen seien lediglich zwei Produkte: Der Stick von Ben & Anna (acht Euro) habe als einziges Deo nicht ausreichend vor Achselgeruch geschützt. Und der Deoblock von Lush ist wegen unzureichender Kennzeichnung bei den Testern durchgefallen. Nach nur wenigen Tagen sei der Beipackzettel unleserlich gewesen. Bei Lush werden die meisten Produkte unverpackt verkauft und lediglich mit einem Aufkleber aus dem Thermodrucker, der die Inhaltsstoffe auflistet, in Papiertüten gesteckt. Außerdem habe Lush einen allergenen Inhaltsstoff nicht angegeben. Die Wirkung des Lush-Deos ist von den Testern mit „gut“ bewertet worden.
Wie viel kostet ein gutes Deo?
Wie auch bei vielen anderen Kosmetikprodukten gilt: ein gutes Deo muss nicht teuer sein. Schon für 55 Cent (Balea Anti-Transpirant von der dm-Eigenmarke oder Cien Natural Minerals von Lidl) erhält man einen guten Schutz vor Achselgeruch und sogar laut Testern eine „Höchstleistung bei der Schweißhemmung“. Wer nur auf die Vermeidung von Geruch setze, der sei beispielsweise mit dem „CD Deo Wasserlilie“ für 2,70 Euro ohne Aluminiumsalze gut bedient.
Wie schädlich sind die Aluminiumsalze im Deo wirklich?
Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) konnte bisher in keiner Studie der direkte Zusammenhang zwischen der Verwendung entsprechender Deos und vermehrtem Brustkrebsaufkommen nachgewiesen werden. Auch der Verdacht, dass Aluminium die Alzheimer-Krankheit befördere, sei laut BfR wissenschaftlich bisher nicht nachweisbar. Dennoch ist ein Zusammenhang möglich. Es fehlt an weiteren medizinischen Studien.
Wieso wird dann immer wieder von der Verwendung solcher Deos abgeraten?
Eine Innsbrucker Studie aus dem Jahr 2017 hat ergeben: Bei Brustkrebspatientinnen, die eigenen Angaben zufolge als junge Frauen mehrfach am Tag ein Deo verwendet haben, waren erhöhte Aluminiumkonzentrationen im äußeren Gewebe nachweisbar. In den tiefer liegenden Gewebeschichten war weniger Aluminium enthalten.
Wie gelangt das Aluminium in den Körper?
Wer ein solches Sprühdeo bei der Verwendung einatmet, nimmt in jedem Fall mehr Aluminium auf als nur über die Haut. Wurde die Haut zur Entfernung der Achselhaare jedoch gerade frisch rasiert, nimmt der Körper über die verletzte Haut ebenfalls mehr Aluminium auf. Anke Kapels rät daher: „Rasieren Sie sich die Achseln am Abend vorher. So lässt sich die Aluminiumaufnahme senken.“ In einigen EU-Ländern gibt es bereits den freiwilligen Hinweis auf Deos mit Aluminiumsalzen: „Nicht auf verletzter Haut anwenden.“
Kommt Aluminium auch woanders als in Deos vor?
Ja, auch in Trinkwasser ist Aluminium enthalten. Ebenso in zahlreichen pflanzlichen Lebensmitteln. Aluminium kann auch in Sonnencremes, Zahnpasta, Lippenstiften und Lidschatten vorkommen. Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat einen wöchentlichen Grenzwert definiert, der bei 1 Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht liegt.
Wie kann man die Aufnahme von Aluminium senken?
Über Kosmetika kann jeder einzelne die Aluminiumaufnahme reduzieren. Durch Verzicht derartiger Antitranspirantien – Deos mit schweißhemmender Wirkung – und indem man beim Kauf anderer Kosmetikprodukte auf die Inhaltsstoffe achtet.
Ist es schädlich, wenn die Schweißdrüsen verschlossen werden?
Die Poren der Haut ziehen sich durch das Aluminium zusammen, die Schweißdrüsen schließen sich für eine bestimmte Zeit. Aluminiumsalze verhindern so die Schweißbildung. Gleichzeitig verhindern sie auch eine Reinigung des Körpers. Denn die Kniekehlen, die Leisten und die Achselhöhlen sind Körperstellen, an denen der Mensch Giftstoffe ausscheidet. Das Schwitzen unter den Achselhöhlen hat also auch eine reinigende Funktion. Diese entfällt, wenn wir nicht schwitzen.
Kann man auf ein Deo auch komplett verzichten?
Man muss es ja nicht gleich wie die Youtuberin Elyse Brautigam machen und vollkommen auf den Gebrauch von Deos verzichten. Die 22-jährige US-Amerikanerin sagt, dass sie aufgrund ihrer veganen Rohkost-Ernährung kein Deo mehr benötige, obwohl sie sehr viel Sport treibe. Sobald sie jedoch gekochte Speisen und Gewürze esse, bräuchte auch sie wieder ein Deo.
So wurde getestet
Wie sind die Deos getestet worden?
Wichtigstes Kriterium war bei allen 21 Deos der Punkt „Schutz vor Achselgeruch“. Geschulte sogenannte Schnüffler haben an Probanden überprüft, ob geruchsfördernde Bakterien eine Chance hatten. Da jeder Mensch anders riecht und unterschiedlich stark schwitzt, mussten sich die 20 Probanden zunächst 14 Tage lang mit der gleichen neutralen Waschlotion die Achseln waschen.
Lässt sich die Wirkung von Deos objektiv beurteilen?
Wenn es um Achselgeruch geht, hilft nur eins, sagt Anke Kapels von der Stiftung Warentest: „Schnuppern. Unsere professionellen Sniffer schnüffelten pro Testprodukt an den Achselhöhlen von 20 Probanden.“ Während der Testphase ist bei den männlichen und weiblichen Probanden immer nur in jeweils einer Achsel eine festgelegte Menge Deo aufgetragen worden. Später schnüffelten die geschulten Prüfer sowohl an den unbehandelten als auch an den mit Deo versorgten Achseln. Insgesamt seien die geschulten Schnüffler mit der Wirkung der meisten Deos zufrieden gewesen.