Der Gehalt an Mineralstoffen ist je nach Quelle unterschiedlich – weshalb Verbraucher beim Mineralwasserkauf bei Eigenmarken der Handelsketten unbedingt auf die Quelle achten sollten. Foto: dpa

Die Bezeichnung „Natürliches Mineralwasser“ ist keine Garantie für reinen Trinkgenuss. Die Stiftung Warentest hat 30 Sprudel getestet – auch Produkte aus baden-württembergischen Quellen. Es zeigt sich: Viele Wasser zeigen Verunreinigungen.

Wie rein muss natürliches Mineralwasser sein?
Es heißt zwar, Mineralwasser muss von „ursprünglicher Reinheit“ sein. Doch pures Wasser ist es deswegen nicht. Nach Angaben der Verbraucherzentrale Berlin enthält es Mineralstoffe und Spurenelemente und stammt aus einem natürlichen, unterirdischen Vorkommen, das von jeglicher Verunreinigung geschützt sein muss. Denn das Wasser darf praktisch nicht behandelt werden. Lediglich überschüssige Mengen an Eisen und Schwefel dürfen entzogen werden, sowie Mangan und Arsen. Das geschieht mit Hilfe eines Oxidationsverfahren mit ozonangereicherter Luft. Eisen und Schwefel können aber auch durch Filtration oder Dekantation entzogen werden. So bestimmt es die Mineral- und Tafelwasser-Verordnung.
Hat Mineralwasser viele Mineralstoffe?
Nicht unbedingt: Nach Angaben der Stiftung Warentest ist der Gehalt an Mineralstoffen je nach Quelle unterschiedlich – weshalb Verbraucher bei Eigenmarken der Handelsketten unbedingt auf die Quelle achten sollten. Vorschriften, wie viel an Natrium, Magnesium oder Kalzium enthalten sein muss, gibt es nicht. Im Test der Stiftung bieten die Mineralwasser von Apollinaris und Gerolsteiner die meisten Mineralstoffe. Aber auch die Quellen in Baden-Württemberg zeigen hohe Werte: Das gleichnamige Wasser der Naturpark Quelle beispielsweise enthält besonders viel Sulfat und Kalzium, ist dabei aber natriumarm. Die „Frische Brise“ von Marius Mineral-Quelle ist obendrein noch reich an Magnesium. Im mittleren Bereich in Sachen Mineralstoffgehalt wurde von den Testern das Wasser „Surf“ von Norma von der Quintus-Quelle, Bruchsal, eingeordnet. Grundsätzlich werden Mineralstoffe aber in erster Linie aus anderen Lebensmitteln aufgenommen: So rät die Verbraucherzentrale den Mineralstoffhaushalt mit Hilfe von täglich drei Hände voll Gemüse und zwei Hände voll Obst zu decken.
Bei welchen Mineralwasser-Marken wurden Verunreinigungen gefunden?
In fünf Mineralwassersorten wurden Stoffe nicht natürlichen Ursprungs gefunden: Etwa Süßstoffe, Pestizide oder Spuren von Korrosionsschutzmitteln. Darunter auch das Produkt „Frische Brise“ von der baden-württembergischen Marius Mineral-Quelle. Die Gehalte sind zwar gesundheitlich unbedenklich: Aber aus Sicht der Stiftung Warentest ist der Anspruch auf ursprüngliche Reinheit damit verwirkt.
In manchen Wässern wurde Chrom gefunden – ist das schädlich?
Das leicht in Wasser lösliche Oxid von Chrom, das sogenannte Chrom (IV), das als krebserregend gilt, kommt in Gestein vor und kann in Mineralwasser übergehen. Bis zu einem bestimmten Wert ist dies laut Umweltbundesamt auch ungefährlich. Allerdings überstiegen die Mengen an Chrom (IV) im Mineralwasser von Netto Marken-Discount aus der Quelle Fonte Guizza in Italien diesen gesetzlichen Wert geringfügig. Das Gesundheitsrisiko, das dadurch entsteht, sei aber immer noch gering, beruhigen die Warentester.
Wie stark beeinflussen Kunststoffflaschen die Qualität des Wassers?
Vertraut man dem Geschmacksempfinden der Warentester, sollte Mineralwasser grundsätzlich in Glasflaschen gekauft werden. So ist in den Bewertungen der Wasser aus Plastikflaschen unter dem Punkt Geschmacksunterschiede häufig die Begriffe „Leicht zitronig“ oder „Leicht nach Acetaldehyd“ zu lesen. Der Stoff stammt aus dem Kunststoff Polyethylenterephtalat (PET), der häufig für die Herstellung von Plastikflaschen eingesetzt wird. Dieser kann ins Wasser und ihm laut Stiftung Warentest eine „fruchtige Note“ verleihen.
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