Turmbläser der Stiftskirche Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Eine Neue Stiftung soll 400-jährige Tradition der Turmbläser an der Stiftskirche retten.

StuttgartS
eit 1618 lassen die Turmbläser Posaunenklänge vom Kirchturm der Stiftskirche erschallen. Dabei trotzen die gottesfürchtigen Männer allen Widrigkeiten. Kriege, Hungersnöte oder Seuchenzeiten konnten die Bläser nicht davon abhalten, für Gottes Lob und Lohn zu musizieren. Echte Probleme am Fortbestand des Rituals gibt es erst in der heutigen Zeit. Zum Beispiel im Jahr 2003. Damals strich die evangelische Gesamtkirchengemeinde die Zahlungen für die Turmbläser. Schon damals retteten Spender die gute Tradition. Auch in der Folge fanden sich immer wieder Sponsoren. Etwa die Brüder Hofmeister, bekannt durch das Möbelhaus. Oder ein Ehepaar aus Bietigheim-Bissingen, das mit 60 000 Euro für die Turmbläserei die Aufwandsentschädigung für die Bläser bis zum Jahr 2020 finanzierte.

400 Jahre Tradition

„Wir wollen natürlich als evangelische Kirche in Stuttgart diese Tradition aufrechterhalten. Das Turmblasen gehört zum Herzschlag unserer Stadt genauso wie die Graffiti ganz oben an der Außenfassade des Turms, die schon von dieser uralten Tradition zeugen“, sagt Stiftspfarrer Matthias Vosseler. Seinem Wunsch wird nun Rechnung getragen. Die neue Stiftung „Gotteslob über Stuttgart“ soll künftig die 400-jährige Tradition sichern. Bürger, die im vergangenen Jahr die drohende Einstellung des Turmblasens gehört hatten, haben nun durch die Stiftungssumme von 100 000 Euro die Finanzierung der Stiftskirchenbläsergesichert. Die Erträge der Stiftung sollen helfen, die derzeit vier Turmbläser für ihren Aufwand und ihre Fahrtkosten zu entschädigen. Dafür sind jährlich 9000 Euro nötig.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: