Bilanz-PK der Porsche SE mit den Vorständen Pötsch, Winterkorn und Müller (v. li.) Foto: dpa

Wenn es dem Volkswagen-Konzern gut geht, profitiert die Porsche Holding SE als VW-Großaktionär. Insofern war 2014 ein Spitzen-Jahr – wären da nicht saftige Steuernachzahlungen.

Stuttgart - Das Kerngeschäft der Porsche Holding SE (PSE) mit ihren 35 Mitarbeitern, nicht zu verwechseln mit der Porsche AG, ist relativ einfach. Sie hält 50,7 Prozent der Stammaktien am Volkswagen-Konzern. Da Deutschlands größter Autobauer vergangene Woche einen Rekordgewinn gemeldet hatte, profitiert davon auch die Beteiligungsgesellschaft. Unter dem Strich verdiente die PSE im Jahr 2014 rund drei Milliarden Euro. Im Jahr zuvor waren es noch 2,4 Milliarden Euro. Allein 600 Millionen Euro Dividende flossen aus Wolfsburg nach Zuffenhausen.

„Die Porsche SE ist auch 2014 wieder ein gutes Stück vorangekommen. Als starke Beteiligungsholding hat sie maßgeblich von der hervorragenden Entwicklung des Volkswagen-Konzerns profitiert“, sagte PSE-Chef Martin Winterkorn am Dienstag in Stuttgart. Er selbst bekommt für seinen Job rund 820 000 Euro – zusätzlich zum Gehalt als Vorstandschef des Volkswagenkonzerns. Damit steigt sein Salär für 2014 auf knapp 17 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es knapp 16 Millionen Euro.

Auch Porsche-Chef Matthias Müller, der im Vorstand der PSE sitzt, dürfte zufrieden sein. Er erhält für beide Vorstandsposten zusammen 6,4 Millionen Euro, gut zwei Millionen mehr als noch 2013. Ein Großteil des Anstiegs ist dabei auf den Erfolg der PSE zurückzuführen. Die Beteiligungsgesellschaft mehrt auch zuverlässig das Vermögen der Familien Piëch und Porsche. Sie halten zusammen die Hälfte der PSE-Aktien und bekommen daher 50 Prozent der Dividendenauszahlung an Aktionäre in Höhe von 615 Millionen Euro.

Getrübt wird die Bilanz ein wenig von Steuernachzahlungen, die aus den Jahren 2006 bis 2009 resultieren. So musste die PSE bereits im vierten Quartal des vergangenen Jahres über 200 Millionen Euro zahlen. In diesem Jahr kommen noch einmal Nachforderungen in Höhe von rund 400 Millionen Euro hinzu. „Diese resultieren aus sehr komplexen Sachverhalten, für die keine abschließende, eindeutige steuerliche Regelung besteht“, sagte PSE-Finanzchef Hans Dieter Pötsch. Aus Sicht der Finanzverwaltung habe die Porsche SE im angesprochenen Zeitraum zu wenig Steuern bezahlt. Wohl aufgrund dieser Belastungen soll die Dividende für die Aktionäre unverändert bleiben.

Vernetzung ist ein Megatrend in der Autobranche

Zu den Zielen der PSE zählt seit Anbeginn die strategische Beteiligung an Unternehmen. Lange hat sich auf diesem Gebiet nichts getan. Mit dem Erwerb von zehn Prozent des amerikanischen Unternehmens Inrix für 41 Millionen Euro im vergangenen Jahr wurde deutlich, wohin die Reise gehen soll. Inrix sammelt Daten aus 185 Millionen Fahrzeugen, Smartphones und Straßensensoren und bereitet diese für Kunden auf. Dadurch lassen sich etwa Staus genauer vorhersagen.

„Die Vernetzung von Fahrzeugen und Infrastruktur ist einer der Megatrends in der Automobilbranche“, sagte Martin Winterkorn. Man wolle diese Entwicklung mit den richtigen Investitionen begleiten. „Wir sehen hier ein hochinteressantes und ertragreiches Feld für künftige Beteiligungen.“ Zu weiteren Zukäufen in diesem Jahr wollte er sich allerdings nicht äußern.

Ein gewisses Risiko ergibt sich auch noch aus den vielen Prozessen, die aus der gescheiterten Übernahme des Volkswagen-Konzerns durch Porsche im Jahr 2008 resultieren. Viele Anleger haben in dieser Zeit sehr viel Geld verloren. So summieren sich die Forderungen der Kläger gegen die Porsche SE immer noch auf rund fünf Milliarden Euro. Zwar sind die Rechtsstreitigkeiten in den USA beendet und erste Verfahren in Deutschland zugunsten der Porsche SE entschieden worden. Doch erst nach diesem Jahr dürfte sich das Dickicht entscheidend lichten.

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