Die A380 von Airbus ist nicht zum erwarteten Verkaufsschlager geworden. Foto: dpa

Der Projekt des Super-Airbus ist gescheitert. Eine Lehre daraus lautet: Der Staat sollte Steuergelder besser absichern, meint Thorsten Knuf.

Berlin - Was haben sie gejubelt im Jahr 2005, als der Super-Airbus A380 erstmals abhob. Es ging um ein Industrieprojekt der Extraklasse, um Europas Selbstbehauptung in der Welt und um gelebte deutsch-französische Zusammenarbeit. Airbus ist heute ein erfolgreiches Unternehmen und hat diverse Verkaufsschlager im Programm. Der A380 war allerdings nicht der erhoffte Erfolg beschieden. 2021 soll die Produktion eingestellt werden. Und wie jetzt klar wird, bleibt der deutsche Staat als Kreditgeber womöglich auf Kosten von rund 750 Millionen Euro sitzen. Wenn ein Unternehmen investiert, kann das Vorhaben auch schiefgehen.

Jedes Projekt birgt auch immer das Risiko des Scheiterns in sich – und damit des Verlustes von viel Geld. Das gehört zum Wesen der Marktwirtschaft. Die Steuerzahler können allerdings vom Staat erwarten, dass dieser grundsätzlich in seinen Verträgen finanzielle Risiken so weit wie möglich reduziert, wenn nicht sogar ausschließt. Das sollte auch gerade dann gelten, wenn es um Unternehmen geht, bei denen der Staat eigene Interessen und ein gewichtiges Wort mitzureden hat. Ob die 750 Millionen Euro für den Staat tatsächlich futsch sind oder ob Airbus seinen Verpflichtungen weiter nachkommt, wird man sehen müssen. Noch sind viele juristische Fragen ungeklärt.

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