Führungsteam: Rainer Hinzen, Heiderose Maaß und Dietmar Prexl (v. li.). Foto: Patricia Sigerist

Der Posten von Heiderose Maaß im Vorstand der Diakonie Stetten wird nicht wieder besetzt. Künftig wird die Diakonie Stetten von einem Duo geführt. Die neue Leitungsstruktur hat auch mit gewaltigen Herausforderungen zu tun, vor denen die Diakonie Stetten steht.

Stetten - Eine „Allerweltsnachricht“ sei dieser bevorstehende Abschied nicht, sagte Rainer Hinzen, der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Stetten. Heiderose Maaß, die zum Jahresende als Vorstandsmitglied in den Ruhestand geht, repräsentiert „eine ganze Generation der Diakonie Stetten“, würdigt Hinzen. Heiderose Maaß sei in vielen Bereichen und an vielen Stellen das Gesicht der Diakonie Stetten: „Das bedeutet etwas.“ Ihr bevorstehender Rückzug ist zwar nicht der einzige Grund für den bevorstehenden Umbau in der Geschäftsführung, aber er löst ihn doch aus: Künftig wird die Diakonie Stetten in der Rechtsform des eingetragenen Vereins von einem Vorstands-Duo geführt. Rainer Hinzen und Dietmar Prexl, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende, lenken zu zweit die Geschicke der Diakonie Stetten.

Neue Leitungsstruktur

Die vom obersten Gremium, dem Verwaltungsrat, bereits abgesegnete neue Leitungsstruktur hat auch mit gewaltigen Herausforderungen zu tun, vor denen die Diakonie Stetten steht. Diese hat einen großen Gebäudebestand, auf den die neue Heimbauverordnung anwendbar ist. Seit Februar liegt dazu eine Auslegungsverordnung des Sozialministeriums vor. Diese war Anlass für den Vorstand, den Gebäudebestand zu analysieren: Es gibt viele Doppelzimmer, die künftig nicht mehr zulässig sind. Zimmer und Gemeinschaftsflächen müssen Mindestgrößen erreichen. Persönliche Sanitärbereiche statt Gruppenbäder sind für die Bewohner vorgeschrieben.

„Der Trend geht dahin, dass wir viele Gebäude durch Abbau von Doppelzimmern erhalten können. Wir müssen aber mit einigem Aufwand umbauen. So bleiben, wie es ist, kann kaum etwas“, sagt Rainer Hinzen. Welche Gebäude vom Abriss bedroht sind oder wo Bewohner für die Zeit des Umbaus monatelang in Interimsgebäude umziehen müssen, konnte er noch nicht sagen. Klar ist aber: „Wir werden etliche Häuser nicht sanieren können.“ In der Außenstelle Hangweide ist geplant, alle bis auf die zwei neuesten Gebäude mit je 24 Bewohnern bis Ende 2017 aufzugeben. Weitere 40 bis 48 Bewohner müssen in andere Gebäude, meist in anderen Kreisen, umziehen.

Frei werdende Grundstücke sollen, wie auf der Hangweide, für den Wohnungsbau verkauft werden, um Geld als Eigenmittel für Neu- und Umbauten zu gewinnen. Gefordert sind für die Finanzierung über einen Zeitraum von mindestens 20 Jahren auch die Landesregierung, die Fördergelder gibt, sowie die Kreise, die die Pflegesätze und hauptsächlichen Investitionskosten tragen müssen. „Das Gesamtvolumen können wir noch nicht nennen. Es ist aber schon klar, dass der Betrieb in dezentralen Einheiten teurer wird als zentralisiert“, sagt Hinzen. Ohne die Vorteile zentraler großer Standorte brauche die Einrichtung mehr Mitarbeiter und höhere Pflegesätze.

Bevorstehende Großinvestitionen

Um die bevorstehenden Großinvestitionen schultern zu können, hat der noch bestehende Dreier-Vorstand „alles auf den Prüfstand gestellt“, so sagt Hinzen. Aber in die Suche nach Einsparpotenzialen sind die Mitarbeiter einbezogen unter dem Motto „Gemeinsam bewegen“: „Wir wollten nicht einfach streichen. Und uns war schnell klar, dass wir als Vorstand auch einen Beitrag leisten müssen“, sagt Hinzen. Das dritte Vorstandsgehalt wird aber nicht vollständig eingespart. Denn die Aufgaben von Heiderose Maaß, wie die Verantwortung für die Bereiche Bildung, die Kinderhäuser, Schulen, das Berufsbildungswerk (BBW), die Ludwig-Schlaich-Akademie und das ärztliche Zentrum sowie eine Vielzahl von Repräsentationsterminen müssen auf die Vorstandsmitglieder, aber auch auf die zweite Führungsebene von sieben bis acht Geschäftsführern verteilt werden. Mit der dort gestiegenen Verantwortung werden im Einzelfall auch die Gehälter angehoben. „Vielleicht werden wir auch Stellen neu einrichten müssen“, sagt Hinzen.

Wenn Aufgaben neu gebündelt werden, erwartet Heiderose Maaß dadurch Vorteile: „Im Bildungsbereich sind künftig die Kinderhäuser und die Ludwig-Schlaich-Akademie, wo auch Erzieherinnen ausgebildet werden, unter gemeinsamer Führung. Theorie und Praxis rücken automatisch enger zusammen.“ Das ärztliche Zentrum wiederum wird in den Wohnbereich eingegliedert, wo die Patienten leben.

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