Batterie- und Zelltechnologie: Mercedes-Arbeitsplätze, die ausbaufähig erscheinen. Foto: MBG

Stellenanzeigen sind ein untrügliches Zeichen dafür, wie es einer Branche geht. Deshalb hat eine entsprechende Auswertung für die Autoindustrie aktuell besondere Bedeutung.

Das Jahr 2024 ist kein gutes für die Autoindustrie im Südwesten gewesen. Und besser wurde es 2025 nicht. Denn auch das vergangene Jahr stand für Hersteller und Zulieferbetriebe wieder ganz im Zeichen sinkender Absatzzahlen, Sparprogrammen, Abfindungsrunden und verpassten Renditezielen. Die Krise lässt sich aktuell an den Jahresbilanzen ablesen, die die Unternehmen jetzt nach und nach vorlegen.

 

Zahlen, die den Zustand der Branche beschreiben

Einen guten Gesamtüberblick zum aktuellen Zustand der Autoindustrie liefern aber auch die Arbeitsmarktanalysten von Index Research, die für diese Zeitung eine Auswertung des Stellenmarkts erstellt haben. Dabei geht es um die Jobs, die 2025 von den in Baden-Württemberg ansässigen Arbeitgebern für den Automobilbereich ausgeschrieben wurden. Die Zahlen spiegeln wider, wie es einer Branche geht, die gerade in der Region Stuttgart existenzielle Bedeutung hat.

Bosch hat viel weniger Stellen im Angebot als noch vor zwei Jahren. Foto: Weißbrod/dpa

2025 gab es insgesamt 43 923 Stellenanzeigen für 21 250 Positionen, die von zusammen 595 Firmen aufgegeben wurden. Das sind noch einmal 4000 Stellen weniger als 2024, die neu besetzt werden konnten. Besonders eklatant fällt aber der Vergleich mit 2023 aus, als für 40 526 freie Stellen über 100 000 Anzeigen geschaltet wurden. Aber immerhin: es werden noch Fachkräfte in der Automobilindustrie gesucht, wenn auch deutlich weniger als vor ein paar Jahren. Demgegenüber stehen jetzt aber auch die vielen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die sich mit Abfindungszahlungen aus den Unternehmen verabschieden.

Beim Blick auf die einzelnen Konzerne sticht zunächst einmal Bosch hervor. Suchte der weltgrößte Zuliefer-Konzern per Anzeigen 2023 noch Personal für 12 191 Stellen, verringerte sich die Bedarfszahl 2024 auf 5232 Jobs. Und im Jahr 2025 waren es dann nur noch 4770 Positionen, die ausgeschrieben wurden. Das entspricht bei Bosch innerhalb von zwei Jahren einem Rückgang von über 60 Prozent.

Mahle stellt eine Ausnahme dar

Bei Mercedes-Benz wurden 2023 noch rund 7100 Stellen ausgeschrieben. Diese Zahl sank 2024 auf 4300 und 2025 weiter auf 3400. Einzig der Stuttgarter Technologiekonzern Mahle macht da in Baden-Württemberg eine Ausnahme. Dort wurde zuletzt Personal für 633 Stellen gesucht, was eine etwas höhere Zahl ist als in den Jahren 2023 und 2024. Bei Porsche wiederum gab es innerhalb von zwei Jahren einen Rückgang von 3100 auf 1600 verfügbare Stellen.

Was bei der Stellenmarkt-Auswertung der Personalmarktforscher von Index Research noch auffällt: 2025 wurden in der bayerischen Autoindustrie mit 22 550 mehr Stellen ausgeschrieben als im Autoland Baden-Württemberg (21 250).