Maximilan Hennen aus der Oboenklasse von Maki Kalesse-Sugano Foto: Häge-Nüssle, Musikschule Marbach-Bottwartal

Murr. Die Schülerinnen und Schüler der Musikschule Marbach-Bottwartal bieten eine stimmungsreiche Alternative zur Fußball EM

Nach einer fröhlichen Begrüßung durch Kulturamtsinhaberin Waltraud Menzel und Musikschulleiterin Bärbel Häge-Nüssle, welche sich auf die „Alternative zur Fußball EM“ freute und als erstes die Kleinsten, welche heute die Größten seien, ankündigte, starteten diese mit dem Kinderstreichorchester. Mitreißend dirigiert und an der Violine begleitet von Javier Diaz Carrillo, wurde die Zuhörerschaft mit einem rhythmisch sehr exakten Zusammenspiel und einer erstaunlichen Dynamik überrascht. Gespielt wurde die Sinfonie mit dem Paukenschlag von Joseph Haydn und der erste Satz aus Wolfgang A. Mozarts „Eine kleiner Nachtmusik“.

Besonders hervorheben muss man bei diesem Konzert den Oboisten des nun folgenden Jugendorchesters. Maximilian Hennen (Bild) spielte die drei Sätze des Oboenkonzertes d-Moll von Allessandro Marcello mit einer solchen Anmut, einer fantastischen Atemgebung und voller Gefühl, dass das Publikum in berauschten Applaus ausbrach.

Sehr differenziert unterstützt wurde Hennen durch das Jugendorchester, dirigiert von Bärbel Häge-Nüssle, welches im Anschluss die Peer Gynt Suite Nr. 1 von Edvard Grieg musizierte. Die „Morgenstimmung“ schimmerte durch Leichtigkeit und flüssigen Wechsel der Soli zwischen den verschiedenen Stimmen, „Ases Tod“ hatte ein so dichtes Legato, dass man sich hineinlegen wollte und in dem Satz „In der Halle des Bergkönigs“ machte das insgesamt sehr dynamisch spielende Orchester mit seinen filigran zusammen gezupften Töne dem Gitarrenorchester Konkurrenz.

Das abwechslungsreiche Programm wurde anschließend durch das 4–5-stimmig spielende Blockflötenensemble unter der Leitung von Tanja Cronauer bereichert. Nach dem Renaissance Stück „Branle de Pinagay“ von Thoinot Arbeau, welches mit einer Tar (eine Rahmentrommel aus dem Nahen Osten/Nordafrika) eingeleitet wurde, folgte ein spannendes Musikstück – genannt „Klick-Klack“. Hier bewiesen die rein intonierenden Flötistinnen, dass sie gleichzeitig Flöte spielen, mit der Zunge schnalzen, Zischlaute bilden und auf den Boden stampfen können und erheiterten damit das Publikum.

Stilgerecht interpretierte anschließend das Klarinettenensemble unter Leitung von Heike Weigel zunächst das Torerolied von Georges Bizet mit sehr schönem Wechsel zwischen den Staccato und Legato Passagen. Bizarrerweise drangen genau in diesem Moment ein paar Schreie aus den Nachbarhäusern in den Saal – es könnte das erste Tor der Spanier in ihrem Spiel gegen Deutschland bei der Europameisterschaft gewesen sein. Nach einem Allegro von Wolfgang A. Mozart, einer Melodie von Frédéric Chopin, und der Petite Récréation von André Waignein, in welcher die melancholische Melodie besonders schön herausgearbeitet war, wurde der traditionellen Tanz „Tantz, Tantz, Yidelekh“, nach Klezmer Art mit einer für dieses Genre typischen, sehr eigenwilligen Phrasierung und vielen unverwechselbaren extremen Tempo- und Dynamikwechseln interpretiert.

Beschlossen wurde das Konzert durch ein großes Gitarrenensemble unter Leitung von Kaixuan Ren. In dem Canon in D-Dur von Johann Pachelbel legte sich die Melodie auf einen zauberhaften Zupfteppich. Es folgte das märchenhafte Thema aus dem Kinofilm Forest Gump von Alan Silvestri, welches sich in der Variante für Gitarren besonders sanft anhörte. Nach dem letzten Stück Chiquilin de Bachin von Astor Piazzolla bedankte sich Bürgermeister Torsten Bartzsch bei der Musikschülerschaft für das Einstudieren der Werke. „Es war eine gute Entscheidung zu diesem abwechslungsreichen Konzert zu kommen, das war ganz, ganz toll.“, schwärmte Bartzsch und bedankte sich auch bei den Leitungen der Orchester und Ensembles und bei Musikschulleiterin Bärbel Häge-Nüssle für Ihren Einsatz.

Anja Wichmann

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