Nachbericht zur Wanderung am Sonntag, dem 06.10.2024
„Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah“.
Getreu diesem Motto hat Wanderführer Willi Rast zu einer Wanderung, verbunden mit reichlich geschichtlicher Information, in die Backnanger Bucht eingeladen.
Startpunkt war Rietenau, der kleine Vorort von Aspach mit seiner interessanten Geschichte und den ehedem engen Verbindungen zu unserem Städtchen Steinheim.
Zunächst haben die Wanderer erfahren, dass Rietenau bereits im Jahre 1103 in den Besitz des Klosters Hirsau im Schwarzwald gekommen ist und 150 Jahre später an das Kloster Mariental in Steinheim an der Murr verkauft wurde. Von den Nonnen des Marienklosters wurden die Heilkräfte des Rietenauer Mineralwassers bereits im 13. Jahrhundert erkannt und sehr geschätzt. Selbst Herzog Karl von Württemberg hat es mit Eselskarawanen an den Hof von Stuttgart bringen lassen.
Das im 15. Jahrhundert erstmalig erwähnte Rietenauer Bad, mit Gasthaus, Kegelbahn und Tanzsaal, erlebte im 19. Jahrhundert seine Blütezeit wurde aber im Jahre 1958 wieder geschlossen.
Was blieb, waren die Mineralquellen. Im Jahr 1957 folgte der Bau der ersten Mineralwasser-Abfüllanlage mit der Folge, dass das Wasser bundesweite Berühmtheit erlangt hat. Noch heute werden jährlich 127 Millionen Flaschen abgefüllt und verkauft.
Ein Besuch im Heimatmuseum rundete das Thema Rietenau dann schließlich ab.
Jetzt war Wandern angesagt. Auf dem Panoramaweg ging’s vorbei an Streuobstwiesen und Weinbergen in Richtung Kleinaspach. Die Aussicht hinunter auf die umliegenden Gemeinden und - dank des guten Wetters - bis zum Stuttgarter Fernsehturm war für alle beeindruckend. In der Historischen Kelter von Kleinaspach hat uns die „Hausmeisterin“ einiges zu deren Geschichte erzählt und erläutert, wie bis ins Jahr 1936 mit der heute noch existierenden Presse die Trauben verarbeitet wurden.
Der Rückweg führte schließlich über Allmersbach am Weinberg wieder nach Rietenau, wo die Gruppe ziemlich müde, aber glücklich über eine gut organisierte, schöne und sehr informative Wanderung in einer Gaststätte den Abschluss genossen hat.
Der große Dank aller Wanderer ergeht an Willi Rast. Er hat sehr viel Mühe in die Planung und Durchführung dieser Wanderung investiert und so allen einen sicher lange in guter Erinnerung bleibenden Wandertag beschert.
Wolfram Kess
Bei uns daheim
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