Polizeivizepräsident Burkhard Metzger (links) und Marbachs Revierleiter Peter Kolwe (rechts) verabschieden Bernhard Fähnle, hier mit seiner Ehefrau Ute, in den Ruhestand. Foto: Werner Kuhnle

Der Hauptkommissar Bernhard Fähnle ist in den Ruhestand verabschiedet worden.

Steinheim-Kleinbottwar - Ob als Kreisrat, Steinheimer Gemeinderat, Kleinbottwarer Ortschaftsrat oder als Trainer und Jugendleiter beim örtlichen Handball: Bernhard Fähnle hat im Bottwartal viele Spuren hinterlassen – und er hinterlässt sie weiterhin. Dass der gebürtige Mundelsheimer hier mehr als 32 Jahre lang auch für Ordnung und Sicherheit sorgte, ist seinem Beruf zu verdanken, wirkte der Polizeihauptkommissar doch seit 1986 mal in Oberstenfeld und mal in Großbottwar. Letztere Tätigkeit endet allerdings: Ende des Monats beginnt Bernhard Fähnles Ruhestand. Seinen Schreibtisch räumte er bereits zur zweiten Januar-Woche ein letztes Mal.

In Anbetracht der mehr als 42 Dienstjahre bei der Polizei war es kein Wunder, dass seine Abschiedsfeier gestern Nachmittag das Vereinsheim des GSV Kleinbottwar füllte. Rund 100 Gäste waren gekommen, um Bernhard Fähnle zu verabschieden. Darunter Kollegen aus diversen Polizeiposten und Revieren sowie Bürgermeister. Polizeivizepräsident Burkhard Metzger überreichte dem Neu-Ruheständler nicht nur eine Urkunde für den treuen Dienst fürs Land-Baden-Württemberg. Er tat auch die ein oder andere Anekdote aus dem Berufsleben des 61-Jährigen kund. Ob von einer verunglückten Schafsjagd oder einem misslungenen Wasserschlauch-Einsatz, bei dem nicht nur er patschnass wurde. Es war gestern ein heiteres Treffen. Und über allem stand die Tatsache, dass Bernhard Fähnle „sich bis zum Ende voll eingebracht hat und sich für nichts zu schade war“, wie Andreas Mistele, Leiter des Großbottwarer Postens, ausführte.

Anfangs sei es natürlich komisch gewesen, nicht mehr an den Schreibtisch zu müssen und die Kollegen nicht mehr zu sehen, meinte Fähnle zu seinem Ruhestand. Mit einem Kurzurlaub im Tannheimer Tal hat er sich diesen Übergang erleichtert. Von einem Abschied auf ewig kann aber auch keine Rede sein. Mit den Viertklässlern aus Kleinbottwar möchte er weiterhin jährlich das Marbacher Polizeirevier besuchen. Auch leitet er weiterhin den RückenFit-Kurs beim GSV Kleinbottwar und die Bürgermeister-Sportgruppe im Sommer. Ebenso bleibt der ausgebildete Sportübungsleiter dem Polizeisport treu.

Sport, das ist das Steckenpferd Fähnles, der seit 2011 wieder auf dem Schreyerhof in Mundelsheim wohnt, wo er aufgewachsen ist. Von dort möchte er jetzt verstärkt zu Radtouren aufbrechen, zudem im Kanadier auf dem Neckar seine Bahnen ziehen. Auf seine Zeit bei der Polizei, die 1976 in Göppingen begann, blickt Fähnle positiv gestimmt zurück. Einsätze, die ihn in den Ruhestand mitverfolgen: Fehlanzeige. „Im Bottwartal war es eher ruhig. Da ging es eher um einfache und mittelschwere Kriminalität, auch wenn mancher Fall mit Leichen dabei war“, so Fähnle, dem wichtig war, den Bürgern gegenüber hilfsbereit zu sein. „Mir war es auch wichtig, die Personen als Menschen zu achten.“

Marbachs Revierleiter Peter Kolwe sprach von einem „verdienten Ruhestand“. Burkhard Metzger betonte, Fähnle sei seiner Motivation, „zur Sicherheit und Ordnung beizutragen“ gerecht geworden. Damit habe er auch das erfüllt, was er Mitte der 1970er-Jahre als Grund für seine Polizei-Bewerbung angegeben hatte.