Foto: Stadt Steinheim

Im April fand auf dem Steinheimer Friedhof erstmals eine Gedenkstunde für Sternenkinder statt. Betroffene Eltern und Angehörige kamen auf Einladung der Stadt zusammen, um gemeinsam ihrer früh verstorbenen Kinder zu gedenken und ein Zeichen für einen würdevollen Umgang mit diesem sensiblen Thema zu setzen.

Die Veranstaltung war aus einer städtischen Bürgerbeteiligung zur Weiterentwicklung der Friedhöfe hervorgegangen. Dabei wurde sowohl der Wunsch geäußert, den Bereich für Sternenkinder auf dem Friedhof in Steinheim aufzuwerten, als auch das Bedürfnis nach einem Ort der Begegnung und des gemeinsamen Erinnerns formuliert. Die Gedenkstunde stellte einen ersten wichtigen Schritt dar, diesem Anliegen Raum zu geben.

 

Zu Beginn begrüßte Bürgermeister Thomas Winterhalter die Anwesenden und betonte in seiner Ansprache die Bedeutung des gemeinsamen Erinnerns. Er hob hervor, dass Trauer sichtbar sein dürfe und es wichtig sei, Orte und Gelegenheiten zu schaffen, an denen auch schwierige Erfahrungen ihren Platz finden. Die Gedenkstunde sei ein bewusst gesetzter Anfang, dem Thema mehr Raum zu geben und betroffenen Familien mehr Aufmerksamkeit, Unterstützung und einen geschützten Rahmen zu bieten. Diese Gedenkstunde soll zeigen, dass die Trauer um die Sternenkinder gesehen wird, dass die Erinnerung an sie einen Ort hat und die betroffenen Familien ihren Platz in unserer Mitte haben“, so Winterhalter.

Im Anschluss führte Pfarrerin und Klinikseelsorgerin Sabine Leibbrandt weiter einfühlsam durch die Gedenkstunde. Auch sie betonte in ihrer Ansprache die Bedeutung von Orten für die Erinnerung. „Wir brauchen würdige Gedenkorte, an denen kein Kind verloren ist“, sagte sie. Dies sei insbesondere dann wichtig, wenn es wie im Falle von früh verstorbenen Kindern wenig gemeinsame Erfahrungen oder Trost spendende Erinnerungen gebe.

Nach dem offiziellen Teil, der mit gefühlvollem Gesang und Klavierspiel von Fabian Kehrer musikalisch umrahmt wurde, waren die Teilnehmenden noch eingeladen, auf dem Friedhof zu verweilen. Als gemeinsames Ritual ließ die Gruppe Luftballons in den Himmel steigen. Zur Erinnerung an die Sternenkinder konnten ihre Namen auch in kleine Holzsterne gebrannt werden, die in eine Blumenschale gesteckt wurden. Bei Kaffee und Gebäck, bereitgestellt durch ein Kaffeemobil, ergaben sich behutsame Gespräche, anteilnehmende Begegnungen und ein respektvoller Austausch unter den Anwesenden. Alle Teilnehmenden nutzten gerne die Gelegenheit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und ins Gespräch zu kommen.

Die Gedenkstunde wurde unabhängig von Konfession oder religiöser Zugehörigkeit gestaltet und richtete sich an alle Menschen, die um ein Kind trauern – unabhängig davon, wie lange der Verlust zurückliegt. Das offene, in einem würdevollen Rahmen gestaltete Angebot erhielt viel Zuspruch und Wertschätzung durch die Teilnehmenden. Über das positive Feedback freut sich die Stadt Steinheim und sieht sich bestätigt, weitere Angebote wie ein Trauercafé oder regelmäßige Gedenkveranstaltungen gemeinsam mit dem Netzwerk SternenKindEltern Ludwigsburg zu entwickeln. Die Veranstaltung habe gezeigt, dass der Bedarf an solchen Formaten vorhanden sei. Sie habe nicht nur einen würdigen Rahmen und einen Raum für persönliche Trauer geschaffen, sondern dem Thema auch im öffentlichen Bewusstsein mehr Sichtbarkeit gegeben, so das Fazit von Bürgermeister Winterhalter.

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