Im Transformatorhäuschen der Kläranlage steht Wasser. Darum kann es zum Kurzschluss kommen. Den Wanderweg davor hat die Gemeinde nun gesperrt. Foto: Archiv Malte Klein, Rüdiger Ott

Das Transformatorhäuschen der Kläranlage Steinenbronn ist so marode, dass darin Wasser steht. Das kann zu einem Kurzschluss mit Brand und sogar zu einer Explosion führen. Nach der aktuellen Berichterstattung hat der Bürgermeister Johann Singer nun den Wanderweg vor dem Trafogebäude wegen Explosionsgefahr sperren lassen.

Steinenbronn - Für Wanderer ist an der Kläranlage Steinenbronn Schluss. Der Weg weiter ins Sulzbachtal und nach Schönaich ist mit hüfthohen Warnbaken blockiert. Den Grund dafür erfahren Wanderer und natürlich auch Radfahrer, wenn sie näher kommen: Ein Zettel in einer Klarsichthülle weist auf drohende Gefahr hin: „Durchgang verboten für Fußgänger und Fahrzeuge“ steht in schwarzen Lettern darauf und darunter in rot auch der Grund: „Explosionsgefahr“.

Zum Hintergrund: Am Rande des Wanderwegs steht linker Hand von Steinenbronn aus gesehen das marode Transformatorhäuschen der Kläranlage. In diesem wird Starkstrom in Betriebsenergie umgewandelt, mit der Abwasser geklärt wird. Wie gefährlich die Situation dort draußen ist, hat die Gemeindeverwaltung bereits vor einiger Zeit hinter verschlossenen Türen im Technischen Ausschuss besprochen. Denn in der Vorlage steht, dass das Trafohäuschen „seit vielen Jahren nicht mehr vorschriftsmäßig gewartet worden“ ist. Das Ergebnis ist nun, dass unter dem Öltransformator Stromleitungen im Wasser liegen, das dort eingedrungen ist und dieses die Gefahr eines Kurzschlusses erhöht. In der Vorlage ist übrigens auch von der Gefahr eines Lichtbogens, Brandes und einer möglichen Explosion die Rede.

Tropfen auf Spinnennetz können zu Explosion führen

Bei einem Ortstermin in der vergangenen Woche hat Stefan Gelzer von der Firma RBS Wave, der die Kläranlage zwölf Monate lang für die Gemeinde geleitet hat, ebenfalls vor der Gefahr im Trafohäuschen gewarnt, die von Spinnen und dem Wasser ausgeht (wir berichteten). Er sagte damals: „Wenn die Spinne zwischen den Kabeln ein Netz baut und sich darauf Wassertropfen bilden, kann ein Lichtbogen entstehen, der einen schweren Schaden, wie einen Brand, auslösen kann.“ Stefan Tenbohlen, der Leiter des Instituts für Energieübertragung und Hochspannungstechnik der Universität Stuttgart, bestätigt die Einschätzung und spricht auch von Explosionsgefahr.

In der vergangenen Woche sagte Steinenbronns Bürgermeister Johann Singer im Gespräch mit unserer Zeitung zunächst, dass das Trafohäuschen dringend erneuert werden müsse. Allerdings habe er wegen einer Besprechung keine Zeit, sich mit den Gründen für den Wartungsrückstand näher zu beschäftigen. Nun hat der Bürgermeister offenbar gehandelt. „Bürgermeister Singer hat angeordnet, dass der Weg gesperrt wird“, sagte der Ortsbaumeister Tobias Buck am Freitag. Das habe die Berichterstattung unserer Zeitung ausgelöst. Singer selbst hat derzeit Urlaub.

Eine Umleitung für Wanderer ist nicht ausgeschildert

Wie nun Wanderer nach Schönaich gehen können, ist nicht ausgeschildert. Kathrin Klein, die zuständige Försterin, sagt, dass die gesperrte Stelle nicht im Wald ist. „Negative Auswirkungen in forstbetrieblicher Hinsicht sind nicht zu erwarten.“ Der Wanderweg wird nicht ewig gesperrt bleiben. Denn der Gemeinderat hat beschlossen, dass bald eine neue Trafostation gebaut werden soll. Dann würde das marode Trafohäuschen abgeschaltet.

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