Die Räte haben beschlossen, dass das Gebiet Gubser dort gebaut werden kann Foto: Klein

379 Unterschriften von aufgebrachten Bürgern und die Meinung des Bürgermeisters ficht die gewählten Stadträte nicht an. In Steinenbronn soll Gubser so kommen, wie sie es wollen.

Steinenbronn - Im zweiten Anlauf ist es gelungen: Der Gemeinderat hat in der Sitzung am Dienstag den Entwurf des Flächennutzungsplans mit dem Wohngebiet Gubser II beschlossen. Allerdings blieb die Hoffnung vieler Anwesender im Bürgersaal unerfüllt. Denn das Gremium votierte mehrheitlich für den Zuschnitt des Wohngebiets Gubser II in West-Ost-Richtung vom Schneewittchenweg parallel zum Weiler Weg.

Im Vorentwurf des Flächennutzungsplans war das Wohngebiet Gubser II noch mit 4,7 Hektar eingezeichnet und damit 1,1 Hektar größer als nun beschlossen. Es erstreckte sich vom Dornröschenweg bis zum Weiler Weg in Nord-Süd-Richtung. Dann hatte sich jedoch ein Großteil der Räte entschieden, den Zuschnitt des Gebiets zu verändern und es in West-Ost-Richtung auszuweisen. Diesen Beschluss hatte der Gemeinderat am 28. März getroffen. Doch das Kommunalamt des Kreises Böblingen beanstandete den Beschluss, weil ein Gemeinderat abgestimmt hatte, der als befangen gilt. Deshalb musste das Votum wiederholt werden. Aber vorher ging Steinenbronns Bürgermeister Johann Singer auf Nummer Sicher: „Wir haben die Befangenheit äußerst akribisch geprüft“, sagte er und fragte: „Sind weitere Gemeinderäte befangen?“ Zu dem Zeitpunkt waren bereits drei Räte deshalb vom Sitzungstisch abgerückt. Weitere meldeten sich nicht.

Eine gemeinsame Stellungnahme fast aller Parteien musste reichen

Singer stimmte wie im März nicht für das Wohngebiet Gubser II in West-Ost-Ausrichtung: „Ich enthalte mich, weil ich das Gebiet von Norden ab dem Dornröschenweg befürworte.“ Dafür bekam er viel Applaus von Bürgern im Saal. Dort saß auch Sandra Sachse, die mit anderen 379 Unterschriften für ein auf 3,6 Hektar beschränktes Wohngebiet in Nord-Süd-Richtung gesammelt hatte. Eine andere Gruppe um Nikolas Margowski hatte unterdessen 143 Unterschriften gesammelt, dass das Gremium den Beschluss vom März wiederholen soll.

Wolfgang Miller (CDU), der Erste Stellvertreter des Bürgermeisters, erklärte die Position der CDU, Freien Wähler und SPD: „Es geht um den Erhalt des Lebensraums und die finanzielle Machbarkeit.“ Argumente seien, dass die Gemeinde im Süden mehr Grundstücke besitzt als im Norden. Außerdem hätten 80 Prozent signalisiert, dass sie verkaufen möchten. „Das ist ordentlich.“ Im zunächst geplanten Gebiet im Norden gebe es eine Frischluftschneise und einen Schlittenhang. „Außerdem bebauen wir bei unserer Variante weniger wertvolle Flächen. Denn die Landwirtschaft ist nicht nur wichtig, sondern auch lebensnotwendig.“ Miller wandte sich an die Zuhörer: „Wir sind ganz am Anfang des Verfahrens. Es ist noch nichts zementiert.“

Neben Singer enthielt sich Barbara Winkler (Grüne), erklärte das aber nicht.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: