Holzlatten stützen die umgekippte Lärmschutzwand. Foto: Malte Klein

Weil eine Lärmschutzwand an der Landesstraße in Steinenbronn wegbröselt, hat der örtliche Bauhof notdürftig gegengesteuert. Holzlatten stützen das Gebilde, das eigentlich ein Bollwerk sein sollte.

Steinenbronn - Gert Mayer hat jetzt eine andere Aussicht – zum dritten Mal schon in diesem Jahr. Zunächst schaute er vom Garten des Hauses am Ende der Seestraße über Jahre auf eine Lärmschutzwand. Er wohnt nämlich ganz am Ende, und direkt neben seinem Garten verläuft die Landesstraße 1208, die von Echterdingen über Steinenbronn weiter nach Waldenbuch führt. Die aus Holz gebaute Lärmschutzwand mit Bewuchs brach im Mai an einer Stelle auf der Höhe von Mayers Garten zusammen (wir berichteten). Das Ergebnis war, dass deren Überreste in Form von zerborstenen Brettern und einem Erdhaufen im Garten des Hauses lagen. Das war dann über den Sommer hinweg der andere Ausblick von ihm und seiner Frau – und der zweite in diesem Jahr. Mittlerweile haben Mitarbeiter des Bauhofs die Reste der kaputten Lärmschutzwand entfernt. Das Ergebnis: Die Mayers schauen nun vom Garten aus auf eine provisorisch befestigte Wand. Die besteht aus einer schwarzen Barriere und Holzlatten, die diese und die benachbarten Pfeiler der Lärmschutzwand stabilisieren sollen. Mayer kann damit leben. „Es sieht zwar nicht schön aus. Aber es ist sinnvoll, die Wand so zu stabilisieren, bevor sie weiter zusammenbricht“, sagt der Anwohner. Wie lange er und seine Frau diese Aussicht haben werden, ist noch unklar. Denn diese Konstruktion ist ein Provisorium.

Nichts zu tun, war keine Option

Der Steinenbronner Ortsbaumeister Tobias Buck hatte im September, bevor Arbeiter des Bauhofs der Gemeinde die Lärmschutzwand repariert hatten, gesagt, dass die notdürftig geflickte Stelle noch ein paar Monate oder Jahre halten soll. Nichts zu tun, war keine Option, denn die noch stehenden Pfeiler rund um die kaputte Stelle neigten sich bereits in Richtung von Mayers Garten. So musste befürchtet werden, dass weitere Teile der Wand früher oder später ebenfalls einstürzen.

Dass die Gemeinde die Stelle nicht umfassender repariert hat, begründete Steinenbronns Bürgermeister Johann Singer neulich während der Gemeinderatssitzung so: „Das hätte einen fünfstelligen Betrag gekostet.“ Die Verwaltung sei nun von Bürgern auf das Erscheinungsbild der provisorischen Lösung angesprochen worden. „Das sieht nicht toll aus“, sagte Singer. Allerdings solle die Wand „relativ zeitnah mit wildem Wein und Efeu bepflanzt werden“.

Das bedeutet, dass sich Mayers Aussicht wieder verändern wird – allerdings nur etwas. Die Pfeiler der Lärmschutzwand bleiben; der wilde Wein und der Efeu kommen noch hinzu.

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