Seit dem vergangenen Mai ist die Lärmschutzwand an der Durchfahrtsstraße in Steinenbronn beschädigt. Dieser Blick bietet sich den Anwohnern seither. Foto: Malte Klein

An der Durchfahrtsstraße in Steinenbronn zerbröselt seit Mai eine Lärmschutzwand. Sie gehört der Gemeinde, doch diese will am Zustand zunächst nichts ändern. Dafür gibt es einen Grund.

Steinenbronn - Wer auf der Landesstraße 1208 in Steinenbronn unterwegs ist, sieht den Schaden nicht. Nur beim genauen Hinsehen ist an der Durchfahrtsstraße gegenüber der Tankstelle zu erkennen, dass sich die Lärmschutzwand dort etwas wölbt. Schlimmer sieht es auf der anderen Seite aus, denn ein Teil der Wand ist im Mai zusammengebrochen. Der Steinenbronner Ortsbaumeister Tobias Buck hatte bereits im Mai den Technischen Ausschuss über den Schaden informiert, als dieser noch neu war.

Die Familie schaut direkt auf die kaputte Stelle

Eine Nachfrage bei Familie Mayer, die an der Seestraße direkt an der Landesstraße lebt, ergibt, dass der Schaden immer noch besteht. Die Familie schaut vom Garten genau auf die kaputte Stelle. In der Lärmschutzwand klafft ein Loch auf der Höhe ihres Gartens. Holzlatten sind zerborsten, Erde liegt auf dem Rasen. Es ist nicht das Grundstück der Mayers, die dort zur Miete wohnen, der Streifen gehört der Gemeinde. Ärgerlich ist es dennoch.

Gert Mayer erzählt, wie der Schaden entstanden ist und was er seit Mai getan hat, um diesen beseitigen zu lassen: „Die Lärmschutzwand ist am 19. Mai eingestürzt. Dann habe ich mich gleich an das Ortsbauamt gewandt.“ In der Woche darauf seien der Ortsbaumeister Tobias Buck und der Bauhofchef Mladen Behlic vorbeigekommen sowie Mitarbeiter der Straßenmeisterei Herrenberg. „Es war nicht klar, wem die Lärmschutzwand gehört – der Gemeinde oder dem Landkreis“, sagt Mayer. Dann stellte sich heraus, dass diese Eigentum der Gemeinde ist. Später habe er immer wieder im Rathaus angerufen. „Ich wollte, dass jemand die entstandene Lücke in der Lärmschutzwand schließt“, sagt der Anwohner.

Sie haben komische Geräusche gehört

Bevor diese brach, habe seine Frau immer mal wieder ein komisches Geräusch gehört, wie ein Rieseln, berichtet Gert Mayer. Heute wissen sie, dass es die Erde im maroden Holz der Lärmschutzwand war. Schließlich brachen die Latten, und die Erde fiel auf den Rasen. Inzwischen neigen sich die verbliebenen Pfeiler der Wand schon bedrohlich. „Wenn nichts getan wird, schwemmt da bestimmt noch mehr Erde raus“, sagt er. Und womöglich brechen dann weitere Teile der Lärmschutzwand zusammen.

Eine Nachfrage beim Ortsbaumeister Tobias Buck ergibt: „Die kaputte Lärmschutzwand soll vorerst nicht repariert werden.“ Der Grund: „Die Gemeinde hat kein Geld dafür.“ Denn schließlich müsse diese die kompletten Kosten tragen. „Das liegt daran, dass dort Tempo 50 ist. Wenn da 70 Kilometer pro Stunde möglich wären, würden wir Zuschüsse bekommen“, sagt Buck. Allerdings würden Bauhofmitarbeiter den noch stehenden Teil der Lärmschutzwand samt Holzpfeilern in den nächsten Wochen stabilisieren. „Das hält noch ein paar Monate oder Jahre“, prognostiziert Buck. Außerdem solle die Erde vom Rasen verschwinden.

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