Rollstuhlfahrer können diesen Fahrstuhl nicht allein bedienen. Foto: Malte Klein

Bisher sind Rollstuhlfahrer und andere Gehbehinderte im Rathaus von Steinenbronn nicht weit gekommen. Wer auf den Aufzug angewiesen war, musste sich für die Fahrt zunächst aktiv einen Helfer suchen. Nun gibt es eine Lösung für das Problem.

Steinenbronn - Im Rathaus von Steinenbronn hat sich etwas geändert: Neben dem Fahrstuhl im Foyer gibt es nun einen Knopf, auf den Rollstuhlfahrer und andere Benutzer drücken können. Das hat Simon Römmich, der Steinenbronner Ordnungsamtsleiter, in der jüngsten Gemeinderatssitzung verkündet. Wenn jemand auf den Knopf drückt, ertönt ein akustisches Signal im Bürgeramt auf der anderen Seite des Korridors, so dass deren Mitarbeiter wissen, dass jemand Hilfe braucht. „Die sind für die Bedienung des Aufzugs geschult“, sagte Römmich in der Sitzung.

Ein anderer Lift wäre wohl teurer geworden

Mit der Installation des Knopfs hat die Verwaltung auf einen Vorstoß des Gemeinderats Dieter Menzel (SPD) reagiert. Dieser hatte die Verwaltung neulich in einer Gemeinderatssitzung gefragt, ob diese etwas tun könnte, um das Fahrstuhlfahren zu vereinfachen. Rollstuhlfahrer oder Menschen, die nur mit Mühe Treppen steigen können, können den Aufzug nämlich nicht selbst bedienen, sondern brauchen dafür eine Hilfsperson. Das bedeutet, dass sie zunächst im Rathaus jemanden finden müssen, der mit ihnen Aufzug fährt. Der Ortsbaumeister Tobias Buck war, als der Aufzug eingebaut wurde, noch nicht im Amt. Nach Menzels Anfrage zum Lift hatte Buck unserer Zeitung gesagt: „Der Architekt hat extra darauf hingewiesen, dass es kein selbstfahrender Aufzug ist.“ Was der Einbau eines anderen Lifts bedeutet hätte, beschrieb Buck so: „Da der vorhandene Boden in der Eingangshalle des Rathauses kein Erdboden, sondern eine Zwischendecke ist, wären eventuell weitere Zusatzmaßnahmen im Untergeschoss nötig gewesen, um die Last abzufangen.“ Außerdem hätte ein Fahrstuhl, für denen keine Hilfsperson notwendig ist, mehr Geld gekostet, mutmaßt Buck. Für den Lift wäre nämlich eine Schachtgrube nötig gewesen.

Der Gemeinderat Dieter Menzel hatte vor Kurzem in der Sitzung darum gebeten, dass am Lift ein Knopf angebracht wird, den Rollstuhlfahrer und andere Besucher des Rathauses bei Bedarf drücken können. „Sonst sucht man sich ja dumm und dämlich“, sagte Menzel damals. Das hat nun mit dem Knopf ein Ende gefunden.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: