Steine und kaputte Bierflaschen fliegen vom Schulhof auf das Grundstück eines Anwohners. Der hat jetzt die Nase voll und beschwert sich öffentlich Foto: Malte Klein

Ein Mann aus Steinenbronn ist genervt von Lärm auf dem benachbarten Schulhof nach Schulschluss. Er sagt: Kinder toben dort täglich laut und werfen Steine, Stöcke und Müll zu ihm rüber. Ein Platzverweis hat bisher nichts genützt.

Steinenbronn - Ein Anwohner, dessen Wiese an die Klingenbachschule grenzt, hat seinem Ärger jüngst in der Bürgersprechstunde des Gemeinderats Luft gemacht. Seit sechs Jahren seien die Zustände auf dem Schulhof nachmittags und an den Wochenenden eine Belastungsprobe für seine Nerven. „Wir müssen an Wochenenden wegfahren, weil wir bei uns im Garten keine Ruhe finden“, schildert der Anwohner seine Situation.

Erwachsene und Kinder halten sich laut dem Mann auf dem Schulhof auf, schmeißen Steine und Stöcke auf sein Grundstück, drehen Runden mit dem Rad und sind laut. „Nach dem Unterricht geht es dort zu wie bei den Hottentotten. Ich möchte, dass das aufhört“, sagt der Anwohner. Immer wieder habe er im Rathaus auf die Situation hingewiesen. Dort kennen die Mitarbeiter und Bürgermeister Johann Singer das Problem: „Wir haben diskutiert und beschlossen, dass der Gemeindevollzugsdienst tätig wird. Die Situation auf dem Schulhof ist ein Unding“, sagt Singer.

Eigentlich darf niemand auf den Schulhof

Das Betreten des Hofs ist nach Schulschluss und an den Wochenenden verboten. Zwei Schilder weisen darauf hin. Doch die Erwachsenen und Kinder halten sich nicht daran. Der Anwohner sagte im Rat, dass sie jeden Tag dort lärmen. „Ich habe den Kindern gesagt, dass sie keine Steine werfen sollen. Sie antworten mir, dass ich nichts zu melden habe.“ Er habe auch mit ihnen darüber gesprochen, dass sie keine Stöcke werfen sollen. Denn auf dem Grundstück laufen Hunde, und der Anwohner möchte nicht, dass sich die Tiere verletzen. „Als ich denen das gesagt habe, war die Ansprache unterste Schublade“, sagte er.

Einen Tag später zeigt der Mann am Abend seine Streuobstwiese neben dem Schulhof. „Schauen Sie mal, diese ganzen Sachen sind über den Zaun geflogen“, sagt der Anwohner. Er hat sie aufbewahrt. Es sind Steine verschiedener Größen, dünne und dicke Stöcke und Scherben sowie eine kaputte Bierflasche. „Wir finden jeden Tag etwas“, sagt er. Manche Dinge seien gerade bei höherem Gras nicht sichtbar und beschädigen den Rasenmäher. „Pro Jahr muss ich bis zu drei Messer wechseln.“

Nachbarn haben nichts gegen Schüler

Er geht über die Wiese zum Zaun, hinter dem eine Hecke die Sicht versperrt. Dennoch sind Erwachsene und Kinder zu erkennen und nicht zu überhören. „Das ist jetzt noch leise“, sagt er. In der nächsten halben Stunde wird es lauter. Nun kreischen Kinder. Eines ist ihm wichtig: „Dass die Kinder der Kernzeitbetreuung der Klingenbachschule den Hof nutzen, ist für uns völlig okay. Da sagen wir nichts.“ Dem Anwohner und seiner Frau geht es um die Lärmbelästigung nach Schulschluss, abends teilweise bis 22 Uhr und an Wochenenden. „Wenn wir draußen sitzen, können wir uns hier manchmal nicht unterhalten“, sagt er. Die Schulleiterin Brigitte Sigler und ihre Kollegen würden das Thema immer wieder bei Elternabenden ansprechen. „Der Gemeindevollzugsdienst hat auch schon Platzverweise vom Schulhof ausgesprochen“, sagt der Anwohner. Seit drei Wochen passiere aber nichts.

Am Vortag sagte Bürgermeister Singer, dass der Gemeindevollzugsdienst nicht jeden Tag arbeitet. Die Verwaltung werde das Problem im Verwaltungs- und Sozialausschuss diskutieren. „Wir nehmen das Problem sehr ernst“, sagte er.

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